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Mängel an Toiletten und Turnhallen Sanierungsstau an Delmenhorster Schulen

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 19.12.2016, 17:39 Uhr

An Delmenhorster Schulen herrscht ein Sanierungsstau. An der Grundschule Hasbergen häufen sich Beschwerden über den Zustand der Toiletten. Doch bewilligte Gelder können nicht eingesetzt werden. Das ist kein Einzelfall.

Der Zustand vieler Delmenhorster Schulen ist nicht gut. Sanierungen sind nötig, oft fehlt es aber am Geld oder der Zeit, um die Maßnahmen umzusetzen – oder an beidem. Ein Projekt, das schon seit Jahren in der Politik diskutiert wird, ist die Sanierung der Schultoiletten an der Grundschule Hasbergen. Verschiedene finanzielle Mittel waren eingeplant. Passiert ist aber nichts. Zuletzt mehrten sich nach dk-Informationen wieder die Beschwerden über den Zustand der Schul-WCs: Schüler sollen sich weigern, sie zu betreten und fordern, Zuhause auf Toilette gehen zu dürfen.

Sanierung nicht vor 2018

Der zuständige Fachbereichsleiter Andreas Tensfeldt zeigt Verständnis für den Sanierungswunsch: „So alte Toiletten wird niemand mehr in seiner Wohnung haben. Da ist es klar, dass es heftige Vorbehalte gibt“, sagt Tensfeldt. Dennoch macht er deutlich, dass die Schüler noch länger auf eine Sanierung warten müssen. „Die Toilette ist alt, aber technisch einwandfrei und funktionsfähig“, erklärt Tensfeldt. Die 10.000 Euro, die im diesjährigen Haushalt als „vorbereitende Maßnahme“ vorgesehen waren, hätten für eine umfassende Sanierung nicht gereicht. „Die Toilettenanlage ist für 2018 im Plan, eher aber nicht“, sagt er.

Mängel in mehreren Bereichen

Torsten Karp, Leiter der Grundschule Bungerhof-Hasbergen, wünscht sich natürlich eine Sanierung. „Die Toilettenspülung ist schwergängig, für Schüler schwierig zu bedienen“, führt er als Beispiel an. Dass die 10.000 Euro nicht reichen, versteht er aber. Darüber hinaus sieht er noch an vielen weiteren Stellen Sanierungsbedarf, beispielsweise in der Turnhalle am Standort Bungerhof. Deren Mängel seien mittlerweile seit sechs Jahren bekannt. „Das ist ein ganz schwieriges Thema“, sagt er. Er würde mit seiner Schule aber nicht alleine dastehen: „In vielen Bereichen ist es versäumt worden, die Bausubstanz zu erhalten.“

Schwieriges Thema für die Verwaltung

Für die Verwaltung sind die Sanierungen an Schulen ein schwieriges Thema. Die Schulen melden ihre Bedarfe bei seinem Fachbereich an, erklärt Tensfeldt. Diese können sich im Laufe der Zeit ändern, sodass beispielsweise Toilettensanierungen nach einem Jahr wieder aus der langfristigen Planung verschwinden. Alle im Haushalt festgelegten Schulsanierungen im Haushaltsjahr abzuschließen, ist laut Tensfeldt zudem kaum möglich. In den vergangenen Jahren verhinderte der oft erst spät genehmigte Haushalt eine Umsetzung der Maßnahmen, zumal für die Renovierungsarbeiten in Schulen ein relativ enger Zeitkorridor – nämlich die Ferien – vorgegeben ist. „Im vergangenen Jahr war die Flüchtlingssituation akut. Meine Mitarbeiter waren fast ausschließlich mit der Unterbringung gebunden. An diesem Happen haben wir noch immer zu knabbern“, erklärt er. „Wir bräuchten mehr Geld und mehr Personal, um das abzuarbeiten.“

Hoffnung in Sicht

Zumindest beim Geld, so hofft er, könnte es bald Bewegung geben – mit Hilfe des Bundes. So werde derzeit über ein staatliches Förderprogramm nachgedacht, das Kommunen bei Bauprojekten an Schulen unterstützen kann. Dann, so Tensfeldt, kann auch über größere Maßnahmen nachgedacht werden, die über die jetzigen Erhaltungsarbeiten hinaus gehen.