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Mahnwache vor Rathaus 80 Delmenhorster zeigen Solidarität mit Terroropfern

Von Jan Eric Fiedler | 13.01.2015, 20:19 Uhr

Rund 80 Bürger sind am Dienstagabend dem Aufruf des Breiten Bündnisses gegen Rechts gefolgt und haben sich an einer Mahnwache zum Gedenken der Opfer der Terroranschläge in Paris beteiligt.

Mit „Ich bin Charlie“-Transparenten und Stiften in der Hand setzten die Teilnehmer der Mahnwache ein Zeichen für die Meinungs- und Pressefreiheit.

„Wir wollen unserer Betroffenheit Ausdruck verleihen und Solidarität mit den Opfern der barbarischen Anschläge zeigen“, sagte Hartmut Nordbruch vom Sprecherrat des Bündnisses. Die Angriffe seien nicht nur ein Angriff auf die Freiheit gewesen: „Ziel der Täter war es auch, einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben, Angst zu erzeugen, Hass zu säen. Dem bieten wir die Stirn“, so Nordbruch. „Fassungslos und entsetzt mussten wir den Anschlägen in Frankreich zusehen. Keine Religion und keine Weltanschauung kann eine Rechtfertigung für solche Taten sein“, sagte Marlis Düßmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Yadigar Polat vom türkischen Arbeiterverein verurteilte die Anschläge ebenfalls. „Religiöser Terror und Rassismus sind zwei Seiten einer Medaille“, sagte sie und äußerte die Befürchtung, dass rechte Gruppierungen die Anschläge für sich nutzen könnten. Es dürfe deshalb nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft kommen.

Unter den Teilnehmern waren vor allem Vertreter aus Parteien und Verbänden, unter anderem Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) und die stellvertretende Ganderkeseer Bürgermeisterin Christel Zießler (SPD). Im Vergleich zu anderen Städten war die Resonanz bei der Mahnwache in Delmenhorst eher gering: Im kleineren Lingen hatten am Montag 2000 Bürger gegen den Terror demonstriert.