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Mann mit Messer verletzt Delmenhorster wegen drei Gewalttaten vor Gericht

Von Merlin Hinkelmann | 26.10.2016, 19:31 Uhr

Räuberische Erpressung: Ja oder nein? Im Prozess gegen einen 19-jährigen Delmenhorster kam es im Landgericht Oldenburg zu hitzigen Diskussionen zwischen Staatsanwalt und Verteidiger.

Er stach im Drogenrausch auf einen jungen Mann ein. Er verpasste einem Clubbesitzer eine Kopfnuss. Und: Er bedrohte einen Mann im Supermarkt mit dem Messer. Einem 19-jährigen Delmenhorster werden gleich drei Gewaltdelikte zur Last gelegt . Am Mittwoch ging der Prozess im Landgericht Oldenburg in die nächste Runde. Mehrere Zeugen wurden geladen.

Gastronom Kopfnuss verpasst

Eine Rechtsmedizinerin legte ein Gutachten vor – über die Stichverletzungen, die der Angeklagte einem Mann im Sommer vergangenen Jahres in Bremen zugefügt haben soll. Den Richter interessierte besonders, ob die Verletzungen lebengefährlich waren. Das verneinte die Gutachterin, obgleich sie feststellte: „Die Absprengung an den Knochen spricht für eine hohe Wucht.“ Zum zweiten Delikt sprach ein 31-jähriger Gastronom, dem der Angeklagte damals eine Kopfnuss verpasst hatte. Weil er des Ladens verwiesen wurde. „Es kam aus dem Nichts.“ Ergebnis: Abgesplitterte Zähne, blutige Lippe.

Hitzige Diskussion im Gerichtssaal

Dann wurde ein 43-jähriger Bremer vorgeladen. Der Angeklagte soll ihn in einem Supermarkt mit dem Messer bedroht haben. Hatte er es auf den gefüllten Einkaufswagen des Geschädigten abgesehen? Um diese Frage entwickelte sich im Gerichtssaal eine hitzige Diskussion. Der Staatsanwalt sprach von räuberischer Erpressung. Das sah der Verteidiger anders. „Er wollte zu keinem Zeitpunkt etwas stehlen.“ Ohnehin mache das bei der Gesamtstrafe keinen Unterschied, so der Richter.

Angeklagter laut Psychologin „emotional instabil“

Eine Psychiaterin betonte im Prozess zudem „die unausgereifte Persönlichkeit“ des Angeklagten. Er neige zu impulshaften Handlungen und sei durch den Drogenkonsum eventuell vermindert schuldfähig. Am morgigen Donnerstag soll das Urteil fallen.