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Marcel Kösling in der Divarena Alleskönner verblüfft Delmenhorster Publikum

Von Yannick Richter, Yannick Richter | 14.02.2016, 15:52 Uhr

Comedy, Musik und Zauberei: Marcel Kösling begeisterte am Samstagabend das Delmenhorster Publikum in vielerlei Hinsicht. Die gelungene Veranstaltung des Newcomers hätte mehr als die gut 70 anwesenden Gäste in der Divarena verdient gehabt.

Marcel Kösling selbst bezeichnet sich als „Allzweckwaffe des jungen Kabaretts“. Und diese Aussage, die auf den ersten Blick vielleicht etwas überheblich klingen mag, trifft den Nagel auf dem Kopf. Dass der Alleskönner aus Hamburg in keine Schublade so wirklich hineinpasst, zeigte Marcel Kösling am Samstagabend mit seinem Programm „Keine halben Sachen“ in der Divarena eindrucksvoll. Als Kabarettist, Comedian und Wortakrobat, aber auch als Sänger und vor allem als Zauberer brachte er die Zuschauer gleichermaßen zum Lachen und zum Staunen.

Marcel Kösling hat Reifeprozess vollzogen

Wischiwaschi war gestern. Mittlerweile ist Marcel Kösling in einem „reiferen Alter“ und deshalb hat er sich auch geschworen, „keine halben Sachen mehr zu machen“. Mit diesen Worten eröffnete der Hamburger die gut zweieinhalb Stunden dauernde Show und daran hielt er sich auch. Verlief der Anfang noch ein wenig schleppend, hatte der Unterhaltungskünstler spätestens nach seiner ersten Zaubernummer die Zuschauer auf seiner Seite. Dazu benötigte er nur ein Seil, und zwar „ein ganz gewöhnliches Seil, so wie es jeder Erwachsene in seinem Schlafzimmer parat hat“. Dieses Seil zerteilte der Zauberer daraufhin munter in mehrere Teile, setzte es wieder zusammen und ließ ein Stück davon in seiner Sakko-Tasche verschwinden, um am Ende das Seil dann doch wieder in der Ausgangsposition zu präsentieren. Wie er das tatsächlich angestellt hat, bleibt natürlich sein Geheimnis. Den verblüfften Zuschauer hat es aber auch ohne Aufklärung gefallen. (Weiterlesen: Comedian verzaubert Kinder in Delmenhorst)

Zauberei bringt Publikum zum Staunen

Als Marcel Kösling eine Zuschauerin bat, sich irgendein willkürliches Wort aus einem Sherlock-Holmes-Krimi auszusuchen, damit er es daraufhin erraten kann, wurde es noch spannender. Nach kurzem Rumblättern entschied sich die junge Dame aus Hannover für ein Wort, das sie sich geheim auf ein Blatt notierte. Selbstverständlich löste der junge Entertainer auch diese Aufgabe und schrieb tatsächlich das ausgesuchte Wort „Krawatte“ auf sein Plakat und hielt es gleichzeitig mit der Zuschauerin ins erstaunte Publikum.

Alleskönner begeistert durch Vielseitigkeit

Dass Marcel Kösling nicht nur Zaubertricks auf dem Kasten hat, stellte er in seinen weiteren Show-Einlagen unter Beweis. Besonders gut kamen dabei vor allem seine köstlich übertriebenen, aber doch so wahren Geschichten über die Veränderungen auf deutschen Kinderspielplätzen an. Getreu dem Motto „Früher war alles besser“ plauderte er minutenlang über sein Großwerden auf dem Spielplatz, bei dem sich so ziemlich jeder Zuschauer selbst wieder in seine Kindheit zurückversetzt sah und verglich es mit den heutigen Akteuren auf Spielplätzen. Dies seien nämlich Mütter, die fast schon akrobatisch in der einen Hand ein Smartphone und in der anderen Hand eine Zigarette sowie einen Kaffeebecher halten würden, dabei die Kinder jedoch völlig außer Acht ließen und eben die Kinder, die nicht mehr in Ruhe toben könnten, da die „ach so umweltbewusste Mutter ständig das Kind fragt, ob es nicht einen Bio-Dinkel-Vollkorn-Hafer-Keks möchte“. (Weiterlesen: Comedian Florian Schroeder kommt nach Delmenhorst)

Unterhaltungskünstler hätte mehr Zuschauer verdient gehabt

Auch musikalisch hatte Marcel Kösling am Samstagabend etwas zu bieten. Bei mehreren Gesangseinlagen zeigte er, dass er nicht nur witzig ist, sondern auch singen kann. Damit überzeugte der Unterhaltungskünstler auch den letzten Zuschauer in der Divarena von seiner Vielseitigkeit und seinem Talent als Allzweckwaffe. Leider waren dies nur gut 70 Zuschauer, denn der unterhaltsame Auftritt vom ebenso humorvollen wie charmanten Nachwuchskomödianten hätte weitaus mehr Gäste und ein ausverkauftes Haus verdient gehabt.