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„Massiver Vertrauensverlust“ Delmenhorster Feuerwehrverband fühlt sich ausgeschlossen

Von Frederik Grabbe | 22.12.2016, 17:47 Uhr

Eine Einladung des Personalrats der Stadt Delmenhorst zu einer Personalversammlung ruft Unmut hervor: Der Berufsverband Feuerwehr fühlt sich ausgeschlossen und sieht nun einen „massiven Vertrauensverlust“ für die künftige Zusammenarbeit.

Der Berufsverband Feuerwehr beklagt sich nach eigenen Worten darüber, dass er von einer Personalversammlung der Delmenhorster Berufsfeuerwehr ausgeschlossen wurde. Wie der örtliche Vorsitzende Martin Manneck in einer Mitteilung schreibt, sei der Berufsverband Interessenvertreter für 80 Prozent der Feuerwehrleute in der Berufsfeuerwehr. Die Gewerkschaften Verdi oder Komba vertreten laut Manneck lediglich zehn Prozent der Mitarbeiter.

„Personalrat verfolgt Eigeninteressen“

Hintergrund ist, dass der Berufsverband Feuerwehr nicht im Personalrat der Stadt vertreten ist, so Manneck. Trotzdem hätte der Verband aber eingeladen werden können, „um die Probleme der Feuerwehr zur Sprache zu bringen“. Manneck bezeichnet die Nicht-Einladung darum als „unanständig“, sie stelle einen „massiven Vertrauensverlust für die weitere Zusammenarbeit“ dar. Der Personalrat verfolge Eigeninteressen, anstatt sich mit Problemen der Berufsfeuerwehr auseinanderzusetzen.

 (Weiterlesen: Nach Attacke auf Sanitäter: Feuerwehr Delmenhorst fühlt sich in Stich gelassen)

Nur vertretene Gewerkschaften sind eingeladen

Auf Anfrage weist der Vorsitzende des Personalrats der Stadt Delmenhorst, Heiko Pohlmann, die Kritik von sich. Das Gremium habe die Beamten und tariflich Beschäftigten der Delmenhorster Berufsfeuerwehr zu einer Teilpersonalversammlung eingeladen und laut Niedersächsischem Personalvertretungsgesetz (NPersVG) sind lediglich die in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften zu Teilpersonalversammlungen eingeladen. „Beim Berufsverband der Feuerwehr handelt es sich nicht um eine Gewerkschaft im Sinne des NPersVG. Von daher durfte dieser auch nicht eingeladen werden“, so Pohlmann mit dem Hinweis auf grundsätzlich nicht-öffentliche Teilpersonalversammlungen.

Jahnz äußert sich nicht

Manneck fordert Oberbürgermeister Axel Jahnz weiter auf, bei der Berufsfeuerwehr Delmenhorst einen örtlichen Personalrat einzurichten, wie es bei allen anderen Berufsfeuerwehren in Niedersachsen auch der Fall sei. Hierzu äußerte sich Jahnz auf Nachfrage nicht. Es stehe dem Oberbürgermeister nicht zu, sich in die Rechte des Personalrates einzumischen.