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Mint-Projekt "Maxe"-Schüler lassen Wetterballon 35 Kilometer hoch steigen

Von Niklas Golitschek | 02.07.2019, 10:05 Uhr

Fast fünf Monate Vorbereitung für ein großes Experiment: Am Montag haben die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Delmenhorst einen Wetterballon starten lassen.

Die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Delmenhorst steigen in neue Höhen auf. Um genauer zu sein: Sie schickten am Montag einen Wetterballon in die Luft. Bis zu 35 Kilometer Höhe dürfte die Sonde dabei erreicht haben, schätzte Lehrer Matthias Körperich, der das Projekt mit den Neunt- und Zehntklässlern gestartet hatte „Das ist der obere Rand der Stratosphäre.“

Gegen 16 Uhr dann die große Erleichterung bei der 20-köpfigen Gruppe: „Wir haben die Sonde in der Nähe von Lüneburg gefunden“, meldete Körperich nach fünf Stunden Warten und Bangen sichtlich erleichtert. „Es scheint auch alles überlebt zu haben.“ Denn mit dem Ballon ließen die „Maxxe“-Forscher auch jede Menge Technik in die Atmosphäre steigen. Der Sensor sollte etwa Druck und Temperatur messen, zwei GPS-Sender übermittelten stets die aktuelle Position und eine Kamera fertigte Fotos an.

15 Meter hohe Konstruktion

Das alles war eingebettet in eine 50x50x50 Zentimeter umfassende Styroporkonstruktion, ergänzt um zwei Flügel zur Stabilisierung. Zusammen mit dem Heliumballon entstand so eine Konstruktion von fast 15 Metern Höhe und mit einem Durchmesser von rund 2,5 Metern. Die gesammelten Daten sollen nun bis nach den Sommerferien ausgewertet und dann in den theoretischen Unterricht mit einbezogen werden, erklärte Körperich.

Doch bis zum Start am Montag war es ein langer Weg für die Gruppe. „Das waren vier, fünf Monate Entwicklung, Tests und Optimierung“, führte der Lehrer weiter aus. Das Projekt war Teil der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), in der MINT-Akademie eignete sich die Gruppe im März die Grundlagen an, um einen solchen Wetterballon selbst zu bauen. „Bei Temperaturen von minus 80 Grad Celsius müssen wir wissen, wie die Konstruktion isoliert sein muss“, nannte Körperich ein Beispiel. Der Teufel stecke jedoch bekanntlich im Detail. Deshalb hätten die Schüler auch in den zurückliegenden Wochen noch zahlreiche Stunden in die Optimierung ihrer Konstruktion investiert. „Es muss relativ sicher sein, dass wir sie auch wiederfinden“, sagte er. Unterstützt wurde das Projekt außerdem von der Delmenhorster Lucky Company sowie der Bremer Firma Buhlmann.

„Alle sind schon total neugierig.“
Matthias Körperich

Vergangene Woche kam dann die Genehmigung für den Start vom Luftfahrtbundesamt, am Montagmorgen folgte das Okay der Flugsicherung. Damit konnte der Wetterballon starten. Mit zunehmender Höhe dehnte sich dann das Helium aus, bis er platzte. Mit einer Fallschirmkonstruktion segelte die Sonde mitsamt der angehängten Elektronik schließlich Richtung Lüneburg, wo sie wohl um 16 Uhr sogar eine Wasserlandung überlebte. „Vom Zeitplan lief alles perfekt“, schwärmte Körperich. Jetzt müssen nur noch die Daten auswertbar sein. „Alle sind schon total neugierig“, sagte er weiter. Er hoffe, dass auf den Fotos dann auch die Erdkrümmung zu sehen sein wird.