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Medien sollen für Infos zahlen Högel-Opfer bietet Geschichte durch seine Anwältin an

Von Thomas Breuer | 24.10.2016, 20:58 Uhr

Die Delmenhorster Rechtsanwältin Gaby Lübben wehrt sich gegen Darstellungen, sie handele mit der Geschichte eines Opfers des Todespflegers Niels Högel.

In einer Pressemitteilung schreibt sie: „Ich verkaufe keine Opfergeschichte. Das würde mir auch weder rechtlich noch moralisch zustehen.“ Vielmehr gehe es um einen Fall, in dem einer ihrer Mandanten, der als Opfer überlebt habe, für das Schildern seiner grausamen Erfahrungen „eine Aufwandsentschädigung“ begehre. Diese Forderung hält Lübben für „mehr als legitim“, zumal auch Angehörige von Opfern „teilweise für ihre Pressetätigkeiten ebenfalls Aufwandsentschädigungen erhalten haben“. Lübben hält dies bei aufwendigen Interviews nach eigenen Worten „für nachvollziehbar“.

Geschichte zweimal erfolglos angeboten

Die Anwältin hat, wie sie auf Nachfrage sagte, die Geschichte des betreffenden Opfers in dessen Namen zweimal erfolglos an den Mann zu bringen versucht. Eine angesprochene Anzeigenzeitung hatte über ihren Vorstoß berichtet.

Nach Lübbens Worten sollte das Offenbaren der Story nicht nur die Leserschaft über die Vorgänge aufklären, „sondern für meinen Mandanten ein Weg der Aufarbeitung sein, wozu der Therapeut meines Mandanten auch riet“.

Beim dk hätte ein solches Ansinnen ebenfalls keinen Erfolg. Die Redaktion lehnt Gespräche, bei denen Informanten für ihre Schilderungen eine Bezahlung einfordern, grundsätzlich ab.