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Mehr als 400 Bauwillige warten: Eklatanter Mangel an Bauland in Delmenhorst

Von Michael Korn | 24.05.2016, 20:17 Uhr

Dramatischer Bauland-Mangel in Delmenhorst: Nach Angaben der Wirtschaftsförderung stehen mehr als 400 Interessenten für ein Hausgrundstück im Rathaus „auf der Matte“. Aber auch im Delmenhorster Umland herrscht beim Angebot derzeit gähnende Leere.

Die Stadt Delmenhorst leidet unter einem akuten Mangel an Baugrundstücken. Das geht aus Angaben von Wirtschaftsförderer Axel Langnau hervor, der auf dk-Anfrage berichtete, dass es „mehr als 400 Anfragen nach Baugrundstücken und insbesondere zum geplanten Baugebiet Langenwisch“ gebe. Die extreme Nachfrage ist umso bemerkenswerter, da keine „konkreten Werbemaßnahmen vorgeschaltet wurden“. Delmenhorst ist dabei als Wohnort offenkundig auch für Auswärtige attraktiv, denn jede fünfte Anfrage kommt laut Langnau aus dem Umland.

Kein Bauland am Stadtrand gewünscht

Unterdessen wirft diese Situation ein Schlaglicht auf die Baulandpolitik der Stadt . Mit Verweis auf eine notwendige Innenverdichtung werden Baugebiete in Stadtrandlage abgelehnt. Zudem wird auf mehrere hundert Einzel-Baulücken im Stadtgebiet verwiesen. Erhoffte neue Wohnquartiere wie an der Langenwischstraße im Stadtteil Stickgras stoßen zum Teil auf Ablehnung bei Anwohnern und werden von den Ratsparteien unterschiedlich in ihrer Ausnutzbarkeit bewertet. Gegenwärtig gibt es aber auch im Umland von Delmenhorst kaum aktuelle Grundstücksangebote . Ein Blick in die einschlägigen Internetportale gibt preis, dass es beispielsweise in Delmenhorst, Stuhr und im Landkreis Oldenburg zusammen nur knapp 50 Grundstücke, allerdings nicht mehr in den Top-Lagen, gibt. Bauland-Konkurrent Ganderkesee, das auf die Zusammenarbeit mit Bauträgern setzt, hat nach erfolgreicher Vermarktung von Bauplätzen zuletzt in Hoykenkamp weitere Pläne in Arbeit wie auf der Köhlerwiese in Ortskern-Nähe oder an der Adelheider Straße sowie in Elmeloh.

Vielfalt in Langenwisch geplant

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Delmenhorst hatte zum Jahresanfang beschlossen, dass das Gebiet Langenwisch nur im östlichen Bereich entwickelt wird. Die öffentliche Beteiligung dazu ist abgearbeitet, zurzeit laufen nach Rathausangaben die Vorarbeiten für den zweiten Verfahrensschritt. Die Natureingriffe werden bewertet und ein Planentwurf wird erstellt, bevor die Öffentlichkeit ein zweites Mal beteiligt wird. Die städtebauliche Planung soll eine Vielfalt an Bauformen (freistehende Einzel- und Doppelhäuser sowie Geschosswohnungsbauten) ermöglichen. Zur möglichen Anzahl von Baugrundstücken wollte die Stadt keine Angaben machen.