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Mehr Sicherheit im Bus Großer Andrang beim Delmenhorster Rollatortraining

Von Merlin Hinkelmann | 17.05.2017, 15:45 Uhr

Rollatoren sind für Senioren eine große Hilfe im Alltag, sie machen sie mobiler. Beim Busfahren können sie jedoch zum Hindernis werden. Genau deshalb haben die Delbus und der Seniorenstützpunkt ein Rollator-Training veranstaltet. Der Andrang war groß.

Es klingt ganz simpel: Rollator kippen, in den Bus schieben, Bremse anziehen, fertig. Für viele Menschen aber ist das eine echte Herkules-Aufgabe. Denn mit zunehmendem Alter lassen die körperlichen Kräfte nach, das Gehen fällt schwer, Gleichgewichtsprobleme stellen sich ein. Und manche Senioren wissen erst gar nicht, wie sie richtig in den Bus einsteigen und wieder aussteigen. Um diesen Menschen mehr Sicherheit im Verkehr zu geben, hat die Delbus am Mittwoch gemeinsam mit dem Seniorenstützpunkt ein Rollatoren-Training am ZOB angeboten. Damit haben die Veranstalter offenbar einen Nerv getroffen – mehr als 20 Senioren kamen mit ihren Rollatoren vorbei.

Immer mehr Rollator-Benutzer in Bussen

„Ziel muss es sein, dass Senioren im Alter mobil bleiben und sicher mit dem Bus fahren können“, betonte Carsten Hoffmann, Geschäftsführer von Delbus. „Wir möchten es den Menschen so einfach wie möglich machen und ihnen die Angst nehmen.“ Wegen des demografischen Wandels seien immer mehr Rollator-Benutzer im öffentlichen Nahverkehr unterwegs. „Auf dieses veränderte Nutzungsverhalten müssen wir uns einstellen.“ Damit die Senioren selbstständiger werden. Aber auch, um die Sicherheit für andere Fahrgäste zu erhöhen.

Vorwärts einsteigen und rückwärts aussteigen

Sabrina Toepfer, Sekretärin bei der Delbus, klärte die Besucher darüber auf, wie wichtig der richtige Umgang mit dem Rollator im Straßenverkehr ist. Das tat sie – ganz praxisnah – in einem Bus des Unternehmens. „Wenn Sie an der Haltestelle warten, sollten Sie sich gut sichtbar an die Straße stellen und dabei immer genügend Abstand zur Bordsteinkante halten“, erläuterte Toepfer. Eine ältere Dame wies die Delbus-Angestellte daraufhin, dass sie erst kürzlich beim Überqueren der Bordsteinkante gestürzt sei. Toepfer nahm das Beispiel zum Anlass, den Senioren wichtige Regeln mit auf den Weg zu geben: „Sie müssen vorwärts einsteigen, drinnen die Bremse anziehen und sollten nur rückwärts aussteigen.“

Delbus will Training häufiger anbieten

Doch grau ist bekanntlich alle Theorie. Deshalb probierten die Senioren die Tipps gleich vor Ort aus – während Carsten Hoffmann und Sabrina Töpfer ihnen Hilfestellung gaben. Manche schafften es auf Anhieb, andere brauchten einige Anläufe. Unterdessen nahm Frank Giza vom Sanitätshaus Fittje die Rollatoren unter die Lupe. Er überprüfte die Bremsen, stellte die Höhe richtig ein, zog Schrauben an und schenkte manchem Gerät auch einen Tropfen Öl. „Rollatoren müssen genauso wie Fahrräder regelmäßig gewartet werden“, erklärte Giza den Senioren. Bei denen stieß das Rollator-Training auf positive Resonanz. „Rückwärts mit dem Rollator aus dem Bus auszusteigen, das war die größte Herausforderung“, berichtete Ursula Mangels. Die Delmenhorsterin ist im letzten Jahr neu in die Stadt gezogen, will nun „unbedingt mobil bleiben“. Viel Bus sei sie in letzter Zeit zwar nicht gefahren, das wolle sie jedoch ändern, so die Seniorin. War das Rollator-Training eine Hilfe für sie? „Absolut. Es ist toll, dass wir Senioren mit solchen Problemen nicht allein gelassen werden.“ Der Delbus-Geschäftsführer will ein solches Training in Zukunft häufiger anbieten. „Der Bedarf ist da, das hat man heute gesehen.“