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Mehrjährige Freiheitsstrafe Messerstecherei in Delmenhorst: Gericht revidiert Urteil

Von Frederik Grabbe | 18.08.2015, 17:22 Uhr

Bei einer jesidischen Hochzeit hat er einen jungen Mann durch Stich mit einem Messer in die Schläfe schwer verletzt. Nach Kritik des BGH ist nun ein neues Urteil gesprochen worden.

Im Fall des 33-jährigen Familienvaters aus Oldenburg, der im Dezember 2013 bei einer jesidischen Hochzeit in Delmenhorst im Streit einem anderen Mann ein Tomatenmesser in die Schläfe gerammt hatte, ist ein Urteil gesprochen worden. Das Landgericht Oldenburg sprach am Montag wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten aus.

Fehler bei der Strafzumessung

Bereits im März 2014 hatte die Kammer ein Urteil gefällt und den vierfachen Vater zu sieben Jahren Haft verurteilt. Jedoch kippte der Bundesgerichtshof das Urteil, weil er Fehler bei der Strafzumessung sah: So hätte der Schaden fürs Hochzeitspaar durch die frühzeitig abgebrochene Hochzeit durch ausbleibende Geldgeschenke nicht dem Angeklagten zur Last gelegt werden dürfen. Über das Strafmaß musste das Landgericht nun neu befinden.

Fürs Leben gezeichnet

Bei der Attacke wurde ein heute 24-Jähriger schwer verletzt. Wochenlang befand er sich auf der Intensivstation, monatelang in einem Rehabilitationszentrum. Der Ludwigsburger gilt heute als schwerbehindert, hat Gedächtnisschwächen und Wortfindungsstörungen. Der Angeklagte hatte vor Gericht seine Tat bedauert.