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„Mehrwert statt Überangebot“ Mittelalter lockt zum Delmenhorster Weihnachtsmarkt

Von Thomas Breuer | 02.12.2015, 21:20 Uhr

Erstmals ist der Delmenhorster Weihnachtsmarkt um einen mittelalterlichen Teil ergänzt worden. Der liegt zwar etwas im Verborgenen, doch die erste Zwischenbilanz überrascht.

„Das ist Delmenhorst!“, sagt Friedel Klaaßen – und es ist als dickes Lob gemeint. Sie gehört zu den Pionieren, die ein mittelalterliches Flair auf einem Teil des Weihnachtsmarktes etablieren sollen. Die Frau aus dem ostfriesischen Ihlow, die andernorts selbst mittelalterliche Märkte organisiert, spricht von einem guten Auftakt: „Wir sind mit den Delmenhorstern sehr zufrieden.“

Dabei geht es ihr nicht nur um Umsätze, sondern auch um die herzliche Aufnahme, über die sich die etwas anderen Schausteller freuen. Von „Toll, dass ihr hier seid“ bis „Endlich passiert hier was“ reiche die Palette der Komplimente. Und nicht wenige würden die Mittelalter-Clique gerne weiter im Zentrum des Weihnachtsmarktes sehen.

Noch ist es ein zeitweise finsteres Mittelalter

Zumal es sich nach Einbruch der Dunkelheit um ein relativ finsteres Mittelalter handelt. Wer nicht weiß, dass die Gruppe dort ihre Zelte platziert hat, kann sie leicht übersehen. Marktfrau Karla Krämer weiß schon, wie man das ändern könnte: „Wir würden auch gerne eine Feuerschale aufstellen.“ Deren lodernder Lichterschein könnte auch zu vorgerückter Stunde noch mehr Publikum anziehen, doch noch steht eine Genehmigung aus. Es muss wohl die Rettungsgasse für die Feuerwehr frei bleiben.

Überhaupt hegen die Mittelalterlichen schon viele Pläne für das kommende Jahr, in dem sie auf jeden Fall wieder dabei sein möchten. Vielleicht, mutmaßt Uwe Brummund, könnten sie dann den gesamten Wallplatz bevölkern. Interesse sei da, mancher aus der Riege derer, die alljährlich bei Graf Gerds sommerlichem Stadtgetümmel Akzente setzen, frage schon nach, wie es derzeit in Delmenhorst laufe.

Stolz auf gesteigerte Attraktivität

Axel Langnau, Geschäftsführer der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft, freut das. Zusammen mit deren Marketing hat der städtische Gewerbeservice lange daran gearbeitet, dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr einen Attraktivitätsschub zu verpassen. Langnau lobt auch die am traditionellen Weihnachtsmarkt Beteiligten. Andreas Kutschenbauer habe an seiner Glühweinbude ein Display mit Infos zum Markt installiert, und Marcel Uhse, sein Pendant auf der anderen Seite, habe eine ansprechende Skihütte aufgebaut.

Den mittelalterlichen Marktteil bewertet Langnau als „Bereicherung, ohne dass wir den anderen Marktbeschickern weh tun“. Auch er kann sich dort noch die ein oder andere Ergänzung vorstellen, sagt aber auch: „Wir wollen keine Überangebote, sondern einen Mehrwert schaffen.“

Mittelalterlicher Teil könnte noch wachsen

Aus anfangs sechs mittelalterlichen Zelten sind gerade sieben geworden. Bogenbauer Arian Beese und seine Frau Diana wollten sich bloß umsehen auf dem Wallplatz, da waren sie auch schon mit von der Partie. Man kennt sich halt von Graf Gerds Stadtgetümmel. Und zum Lichterfest am Wochenende könnten noch ein paar Musiker und ein Gewürzhändler dazukommen, der die Lücke zwischen Markthalle und mittelalterlichem Markt schließt. „Wir sind mit den Delmenhorstern sehr zufrieden“, hat Friedel Klaaßen auch ihnen schon mitgeteilt.