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Mieterbund rät zur Absprache Haustiere in der Wohnung: Was ist erlaubt?

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 14.09.2016, 10:24 Uhr

Ein Hund in der Wohnung erfreut nicht immer alle anderen Mieter oder den Vermieter. Der Mieterverein für Delmenhorst rät, sich im Vorfeld mit allen Parteien zu einigen.

Darf mein Jack Russel Terrier mit in die neue Wohnung? Was tun, wenn der Vermieter das Tier plötzlich nicht mehr erlaubt? Streit um Tierhaltung in der Wohnung landete in der Vergangenheit schon häufig vor Gericht. In Delmenhorst hatte mal ein Mieter einen Hund mit aus dem Urlaub gebracht. Weil der Vermieter sich am Tier störte, jedoch rechtlich nichts ausrichten konnte, meldete der Vermieter für die Wohnung Eigenbedarf an und bekam so den Hund samt Mieter aus der Wohnung.

Kornelia Ahlring vom Mieterverein Bremen, der auch Mieter in Delmenhorst in Mietfragen berät, berichtet von diesem Fall. „Ich rate jedem Mitglied, die Tierhaltung vorausschauend mit dem Vermieter und der Hausgemeinschaft zu klären“, sagt Ahlring. Rücksichtnahme auf andere Interessen beuge Missverständnissen vor, diese führen nach Erfahrung der Mietervertretung schnell zu Streit und landen vor Gericht.

Generelles Verbot ist verboten

Die Haltung von Tieren darf nicht generell im Mietvertrag verboten werden. Das entschied der Bundesgerichtshof nach einem Rechtsstreit im März 2013 . Allgemein geltende Klauseln im Vertrag, die den Mieter daran hindern, Hunde und Katzen zu halten, sind „wegen unangemessener Benachteiligung des Mieters unwirksam“, erklärte das Gericht damals.

Dennoch sollten die Interessen von Mietern und Vermietern im Einzelfall abgewogen werden, ob man ein Tier in einer Wohnung halten sollte, oder nicht. „Die Unwirksamkeit der Klausel führt nicht dazu, dass der Mieter Hunde oder Katzen ohne jegliche Rücksicht auf andere halten kann“, bekräftigte das Gericht damals.

Keine giftigen Tiere

Wenn der Mieter allerdings keine Regelung zur Tierhaltung in den Mietvertrag mit aufnimmt, dürfen laut Mieterverein Bremen übliche Haustiere wie Hunde und Katzen gehalten werden. Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Fische können in der Regel bedenkenlos in der Mietwohnung gehalten werden. „Wenn es sich allerdings um Tiere mit Ekelfaktor handelt, zum Beispiel große Schlangen oder Reptilien, ist dennoch eine Erlaubnis durch den Vermieter erforderlich“, erklärt Kornelia Ahlring.

Laut Veterinäramt der Stadt Delmenhorst ist die Haltung von Schlangen, Echsen, Spinnen oder Skorpionen, die giftig sind, verboten. Die Genehmigung zur Haltung von Hunden kann untersagt werden, „wenn diese amtlich als gefährlich eingestuft werden. Diese Feststellung betrifft immer nur einen einzelnen Hund und nicht eine ganze Rasse“, erklärte die Behörde.

Tierschutzverstöße werden untersucht

Eine rechtlich vorgeschriebene Mindestgröße der Wohnfläche für die Tierhaltung gibt es nicht. „Dem Tier muss in der Wohnung allerdings eine angemessene verhaltensgerechte Unterbringung gewährt werden“, teilt das Veterinäramt der Stadt mit. Bei der Unterbringung in geschlossenen Räumen sollten Hundehalter die Tierschutz-Hundeverordnung beachten.

Die gibt vor, dass für Hunde mit einer Widerristhöhe unter 50 Zentimetern der Raum mindestens sechs Quadratmeter groß sein muss. Ab 50 bzw. 65 Zentimetern sollte eine Größe von acht bzw. zehn Quadratmetern gewährleistet sein. Sollten Verstöße gegen die Tierhaltung bekannt werden, muss sich der Tierhalter einer Prüfung durch den Veterinärdienst unterziehen. „Dieses geschieht häufig durch entsprechende Mitteilungen von Bürgern“, erklärte das Veterinäramt.