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Migranten in Delmenhorst Bessere Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge könnte kommen

Von Frederik Grabbe | 01.09.2017, 13:20 Uhr

Mehr Hilfe für Geflüchtete mit Traumata, besserer Einbezug für Migrantenfrauen, mehr Beschäftigung für arbeitslose Zugewanderte: Das Projekt „Kontextcheck“ hat erste Ziele formuliert.

Beteiligte des Projekts „Kontextcheck“, dass zum Ziel hat, die Gesundheit von Migranten in Delmenhorst zu verbessern, haben am Mittwoch erste Kernziele festgezurrt. Wie berichtet, ist Delmenhorst durch die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin (LVGAFS) zur Modellkommune ernannt worden, in der das Projekt „Kontextcheck“ ausgeführt wird.

Hilfe in Notsituationen für traumatisierte Flüchtlinge

Wie Lea Oesterle von der LVGAFS beschrieben hatte, ist der Begriff Gesundheit eher weit zu fassen. So verstehen sich auch die einige der nun abgesprochenen Themen: So sollen zum einen Geflüchtete bessere Hilfe in Bezug auf möglicherweise in Kriegsgebieten oder auf der Flucht erlittene Traumata erhalten. „Dabei geht es nicht nur um professionelle Psychotherapie, sondern auch um niedrigschwellige Angebote, bei denen beispielsweise Sozialarbeiter fortgebildet werden, um so zumindest einen sozialen Kontakt für Traumatisierte darzustellen oder um Hilfe in Notsituationen aufzeigen können“, so Oesterle.

Frauen als Türöffner zur Integration

Zum zweiten sollen verstärkt Migrantenfrauen als Türöffner für Integration ins Visier genommen werden. Oesterle: „Erfahrungen zeigen, dass der Einbezug zugewanderter Familien besser klappt, wenn den Frauen Angebote gemacht werden.“ Zum dritten möchte das Projekt mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für arbeitslose Migranten im Wollepark und Düsternort schaffen. Das müsse nicht gleich eine Arbeitsstelle bedeuten, sondern beispielsweise ein Projekt, in dem sich Ungelernte beschäftigen können wie etwa die Fahrradwerkstatt im Wollepark, dass sich an Jugendliche richtet.

Interesse der Politik geweckt

An der „Kontextcheck“-Arbeitsgruppe sind neben der Landesvereinigung Vertreter der Gesundheitsregion Delmenhorst, der Nachbarschaftsbüros Wollepark und Düsternort, der Drogenberatungsstelle, der Integrationslotsen, der Stadt oder verschiedener Arbeits- und Präventionskreise beteiligt. Dass das Präventionsprojekt auf Interesse der Politik stößt, machte am Mittwoch die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag (SPD) beim Treffen der Gruppe deutlich.

Die nun festgemachten Ziele sollen Ende September schärfer umschrieben werden, so Oesterle.