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Mikrochips an Autos Tönnjes testet automatische Fahrzeugerkennung

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 25.07.2016, 16:41 Uhr

Der Delmenhorster Schilderhersteller Tönnjes hat eine chipbasierte Technologie zur automatischen Identifikation von Fahrzeugen getestet. Das Ergebnis: Die Technologie hat eine hohe Reichweite und Sicherheit und könnte in verschiedenen Verkehrsbereichen eingesetzt werden.

Wer einen Parkplatz im Parkhaus benötigt, der muss zunächst einfahren und ein Ticket ziehen. Damit muss er vor dem Herausfahren an einem Automaten das Ticket bezahlen, um dann mit einem neuen Ticket das Parkhaus zu verlassen. Ein aufwendiger Prozess, der sich durch die Technologie der automatischen Fahrzeugerkennung vereinfachen ließe.

Der Delmenhorster Schilderfabrikant Tönnjes hat in den Niederlanden ein Jahr lang eine Identifikationstechnologie für Fahrzeuge getestet. Bei dem Feldversuch hat das Unternehmen gemeinsam mit zwei niederländischen Firmen an über einhundert Militärfahrzeugen Mikrochips angebracht, die Signale an stationäre Geräte versenden.

Die Geräte konnten die getesteten Sicherheitschips an den Fahrzeugen bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde und aus bis zu zwölf Metern Entfernung identifiziert werden, teilte der Schilderhersteller mit.

Einsatzbereiche im Straßenverkehr

Die automatisch erkennbaren Nummernschilder könnten nach Angaben von Tönnjes in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Straßenverkehrs eingesetzt werden. So könnten Verkehrsströme zur Planung besser gemessen werden oder die automatisierte Ein- und Ausfahrt durch Schrankensysteme und bargeldlose Abrechnung bei Parkhäusern ermöglicht werden.

Außerdem seien Fahrzeuge durch das „intelligente Kennzeichen“ klar identifizierbar. Der Transport von illegalen Waren mithilfe gestohlener Fahrzeuge oder der Diebstahl von Kraftstoff an Tankstellen würden nach Ansicht des Unternehmens wesentlich erschwert.

Die Sicherheitschips hätten eine moderne und sichere Verschlüsselungstechnologie. „Besonders der Datenschutzaspekt sowie die sinkenden Kosten für die Einführung von elektronischen Kennzeichen machen die Lösung auch für einen großflächigen Einsatz in Europa attraktiv“, meint Olaf Renz, Geschäftsführer bei Tönnjes.