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Millionenprojekt Abriss im Delmenhorster Wollepark hat begonnen

Von Thomas Breuer | 26.04.2017, 13:59 Uhr

Im Delmenhorster Wollepark-Quartier hat, begleitet von einem großen Medienrummel, am Mittwochvormittag der Abriss von fünf Hochhäusern und einer schon seit vielen Jahren zugesperrten Parkpalette an der Straße „Am Wollepark“ begonnen, die die Stadt Mitte 2015 für 625.000 Euro leer stehend ersteigert hat.

Die voraussichtlich bis Ende September laufenden, 1,5 Millionen Euro teuren Arbeiten sollen den Weg frei machen für eine städtebaulich zukunftsträchtige Bebauung in der exponierten Lage unweit der Bahnlinie im Delmenhorster Stadtzentrum. Erste Grundlage dafür ist ein Bebauungsplan aus dem Jahre 2012, der nach Einschätzung der Verwaltung aber noch einmal überarbeitet werden und dazu dem Rat erneut vorgelegt werden muss. Anfragen von Gewerbetreibenden, die sich für dortige Flächen interessieren, liegen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft schon seit geraumer Zeit vor. Auch als Standort für eine weitere neue Kita ist ein Teil des Geländes im Gespräch.

Oberbürgermeister spricht von historischem Tag

Oberbürgermeister Axel Jahnz sprach zum Beginn der Abrissarbeiten von einem historischen Tag und einem fantastischen Moment. „Das ist das Schönste für mich überhaupt“, gab er Einblick in seine Gefühlswelt.

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Ab Mitte Mai, so Bauleiter Lüder Steinberg vom Abrissunternehmen Freimuth aus Bülkau, werde der zunächst eingesetzte Bagger für den Abriss der Wohnblocks durch einen größeren mit 40 Metern Reichweite ersetzt. Von der Stedinger Straße gesehen, sollen die Arbeiten dann am linken Hochhaus beginnen. Besagter Bagger steht derzeit noch in Bochum, war dort am Abriss des Opel-Werkes beteiligt. „Wenn die Transportgenehmigung vorliegt, geht es los“, so Steinberg, der mit einem Anfall von 20.000 Tonnen mineralischem Material rechnet.

Gearbeitet wird montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr

Mit Rücksicht auf die Anwohner wird es nicht in Delmenhorst zerkleinert, um als Schotter wieder für den Straßenbau eingesetzt zu werden. Dies passiert voraussichtlich in Syke oder Lemwerder. Eigens für die Abrissarbeiten, die montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr erfolgen sollen, musste ein Lärmschutzgutachten erstellt werden. Die Arbeiten sollen eine Lautstärke von 70 Dezibel nicht überschreiten. Um Erschütterungen im Umfeld zu vermeiden, wird nicht mit einer Abrissbirne, sondern mit einer Betonschere gearbeitet.

Vor dem Abriss muss aus allen Wohnungen die asbesthaltige Fußbodenverklebung entfernt sein. Damit sind gegenwärtig noch Mitarbeiter der Firma Freimuth beschäftigt, die Schutzanzüge und Atemmasken tragen.

Gas- und Wasserstreit in Häusern nebenan

Die Abrissarbeiten im Wollepark stehen nicht im Zusammenhang mit den Elendshäusern „Am Wollepark 11 - 12“. Dort soll am morgigen Donnerstag 350 Mietern das Gas abgedreht werden, weil die Eigentümer den Stadtwerken rund 250.000 Euro für Gas und Wasser schuldig sind. Eine Wassersperre als erster Schritt wurde vor Kurzem wegen einer falschen Fristsetzung gerichtlich wieder aufgehoben. Oberbürgermeister Jahnz bekräftigte zum Start der Abrissarbeiten seine Haltung zu einem entschlossenen Vorgehen auch in dieser Sache.