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Ministerium kassiert Maßnahme der Stadt Delmenhorster Leitpfostenstreit wird Landessache

Von Frederik Grabbe | 27.12.2016, 17:31 Uhr

Im Oktober setzte die Stadt Delmenhorst 28 Leitpfosten auf rund 100 Metern, um einen Grünstreifen vor Wildparkern zu schützen. Dies regte einen Anwohner auf – und das Verkehrsministerium des Landes gab ihm nun recht. Die Pfosten müssen weichen.

Weil die Stadt Wildparkern in der Straße Auf dem Berge am Dwoberg das Handwerk legen wollte, hatte sie Ende Oktober 28 Leitpfosten auf einer Länge von rund 100 Metern auf einen Grünstreifen aufgestellt. Dem Anwohner Johannes Bruchwitz gefiel fortan der Blick aus seinem Haus gar nicht mehr. Nach langem Briefwechsel mit der Stadt schaltete er das Niedersächsische Verkehrsministerium ein. Mit Erfolg: Dieses wies nun die Stadt an, die Leitpfosten zu entfernen.

Protest beim Verkehrsministerium

28 Leitpfosten auf 100 Metern zieren die kurze Straße in Dwoberg nicht sonderlich, befand Johannes Bruchwitz damals wie heute. Im Kern ging es um den Schutz eines Grünstreifens und seiner entwässernden Funktion bei Regen. Doch Bruchwitz, 66, hielt die Pfosten für eine „optische Verschandelung“. 14 Einzeldokumente umfasste der Briefwechsel mit der Stadt Delmenhorst, der sich mit der Maßnahme Auf dem Berge befasst. Dann wendete sich der pensionierte Verwaltungsjustiziar im November ans Verkehrsministerium des Landes. Mit Erfolg.

Grünflächen schützen, aber nicht mit Leitpfosten

Denn die Behörde teilt nicht die städtische Rechtsauffassung darüber, wie die Leitpfosten zu setzen sind. Sie weist die Stadt nun laut Antwort an Bruchwitz an, die Pfosten zu entfernen und keine weiteren an der Straße aufzustellen. Das Ministerium habe zudem mitgeteilt, antwortet die Stadt auf dk-Anfrage, dass Leitpfähle nur eingesetzt werden dürften, um einen Straßenverlauf kenntlich zu machen. Die Behörde stützt die Stadt weiter in dem Ansinnen, die Fläche zu schützen – aber eben nicht per Leitpfosten. Anfang 2017 will die Stadt über eine Leitpfosten-Alternative nachdenken.

Ministeriales Schreiben zu Weihnachten

Verständlich also, dass sich Bruchwitz über den Eingang des Schreibens des Ministeriums freut – passenderweise lag es bei ihm am 24. Dezember im Briefkasten. „Das ist mein persönliches Weihnachtsgeschenk“, sagt Bruchwitz. „Und die Nachbarn haben sich auch gefreut, als ich sie informiert habe.“

Die Frage, ob der Verkehrsministeriumsentscheid auch Folgen für die nahe gelegene Straße Am Dwoberg hat, wo Leitpfosten in ähnlicher Weise stehen , lässt die Stadt unbeantwortet.