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Mit Drogen erwischt Delmenhorster kommt mit Bewährung davon

Von Marco Julius | 26.04.2017, 16:40 Uhr

Ein 25-jähriger Delmenhorster ist am Mittwoch am Amtsgericht mit einer Bewährungsstrafe davongekommen.

Ein 25-jähriger Delmenhorster ist am Mittwoch am Amtsgericht Delmenhorst mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Wegen unerlaubten Drogenbesitzes in nicht geringer Menge verurteilte ihn das Schöffengericht zu einer Strafe von einem Jahr und zwei Monaten – ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Ein Bewährungshelfer soll helfen, dass der Mann „sein Leben auf die Reihe kriegt“, wie die Vorsitzende Richterin sagte. Der 25-Jährige muss zudem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.

Eher zufällig erwischt

Der Mann war im Januar 2016 eher zufällig von der Polizei erwischt worden. Er hatte über 160 Gramm Marihuana bei sich, zudem 2,5 Gramm eines Kokain-Amphetamin-Gemisches und 0,3 Gramm Kokain. Ferner fanden die Beamten bei dem arbeitslosen Mann, der von Hartz IV lebt, eine Feinwaage und 440 Euro in Bar. Für die Staatsanwaltschaft war klar: Der Delmenhorster macht Geschäfte mit Drogen.

Dass es sich bei den Drogen um seine handelte, räumte der Mann, der keine Schul- und Berufsausbildung besitzt, ein. Er gab allerdings an, mit Drogen nicht zu dealen. Er sei lediglich Konsument. An dem Tag sei er auf dem Weg zu Freunden gewesen, wo sie 60 Gramm des Marihuanas in einen Kuchen verbacken und zu sich nehmen wollten. Die Menge kam dem Gericht und der Staatsanwaltschaft zu hoch und damit suspekt vor, was in der Verhandlung zu einer etwas bizarren Diskussion um Kuchenrezepte samt Mehlmengen führte, die darin gipfelte, dass die Staatsanwaltschaft übers Smartphone googelte, wie viel Drogen in einen solchen Kuchen denn nun normalerweise gehören. Ergebnis: auf jeden Fall nicht 60 Gramm.

Bisher unbescholten

Und so bezeichnete die Staatsanwältin die Ausführungen des Angeklagten als abwegig und nicht glaubhaft. Weil er bislang noch nicht straffällig gewesen sei, plädierte sie „mit Bauchschmerzen gerade noch für eine Bewährungsstrafe“.

„Von der Geschichte mit dem Kuchen haben wir Ihnen kein Wort geglaubt“, sagte dann auch die Richterin in der Urteilsbegründung. Allerdings folgte sie den Worten des Verteidigers, der schlüssig darstellen konnte, dass es für den Handel keinerlei Beweise gebe. Es handele sich vielmehr um Spekulationen. Und so wurde der Delmenhorster auch nicht wegen des unerlaubten Handels, sondern wegen des unerlaubten Besitzes verurteilt.