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Mit Schnupfen in die Notaufnahme Delmenhorst: JHD hat noch immer mit Wartezeiten zu kämpfen

Von Frederik Grabbe | 30.12.2016, 08:41 Uhr

Patienten klagen noch immer über lange Wartezeiten in der Notaufnahme am JHD. Geschäftsführer Thomas Breidenbach nennt Bagatellbeschwerden bei Patienten als Grund und kündigt eine Umstrukturierung der Abteilung ab Januar an.

Das Joseph-Hospital Delmenhorst (JHD) hat noch immer mit langen Wartezeiten für Patienten in der Notaufnahme zu kämpfen. Das räumt Geschäftsführer Thomas Breidenbach auf Anfrage ein. Nach Informationen des dk komme es in der Notaufnahme häufig zu längeren Wartezeiten, teilweise ist von mehr als sechs Stunden die Rede.

Nicht nur in Delmenhorst ein Problem

„Die Wartezeit in Notaufnahmen ist an allen deutschen Krankenhäusern ein Problem – nicht spezifisch in Delmenhorst“, sagt Breidenbach. Der Grund hierfür: Patienten mit Bagatellbeschwerden wie Husten, Schnupfen oder Heiserkeit würden das Krankenhaus aufsuchen, obwohl sie dorthin nicht gehörten. Das Problem der verstopften Notaufnahme ist nicht neu. Schon im September wurden Beschwerden über lange Wartezeiten laut. Damals wies ebenfalls bereits die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf dieses Problem hin . Ihren Angaben zufolge gibt es jährlich landesweit elf Millionen ambulante Notfälle. Mindestens jeder dritte Patient könnte auch von einem niedergelassenen Arzt behandelt werden, hielt sie damals fest. In Delmenhorst beispielsweise weist Breidenbach auf die Kassenärztliche Notdienstpraxis (KVN) im Gesundheitszentrum an der Westerstraße hin, diese könnte leichte Beschwerden ebenso behandeln.

Umstrukturierung ab Januar

Insgesamt sei die Anzahl der Patienten in Notaufnahmen deutschlandweit sehr gestiegen, sagt Breidenbach. Warum das so ist, darüber kann er aber nur spekulieren. Ab Januar, kündigt der Geschäftsführer an, will sich der Aufsichtsrat des JHD mit einer Umstrukturierung der Notaufnahme befassen. Details wollte Breidenbach nicht nennen, nur, dass diese zu einer Hauptabteilung werden solle.

Software-Umstellung abgeschlossen

Im August waren ebenfalls Klagen über lange Wartezeiten laut geworden, damals war eine Software-Umstellung der Grund . Zwar müssten sich Mitarbeiter noch umgewöhnen, gibt Breidenbach an, Wartezeiten für die Patienten aus Software-Gründen schloss er aber aus.