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Mitternacht lässt Reformator lebendig werden Tafelreden in Delmenhorst läuten das „Luther-Jahr“ ein

Von Jasmin Johannsen | 01.11.2016, 16:11 Uhr

„Musik ist dem Satan verhasst“: Diese Worte Sprach Reformator Martin Luther vor rund 500 Jahren. Am Montag wurde ihnen beim Luthermahl in der Stadtkirche neues Leben eingehaucht.

Das Gedenkjahr rund um das 500. Reformationsjubiläum hat in der evangelischen Stadtkirche am Montag einen besonderen Anfang genommen: Der Delmenhorster Schauspieler Johannes Mitternacht schlüpfte in die Rolle von Martin Luther und trug vor rund 50 Gästen dessen Tafelreden vor.

Gastliche Abendgesellschaft unter der Empore der Stadtkirche

Schon zum vierten Mal in Folge mimte Mitternacht am Abend des Reformationstages, dem 31. Oktober, Martin Luther und interpretierte den Reformator dabei als engagierten Redner. Unter der Empore der evangelischen Stadtkirche gab der Schauspieler bei einer gastlichen Abendgesellschaft – so wie es im Hause Luther Tradition war – gekonnt Auszüge aus dessen Tafelreden zum Besten und zeigte dabei die Aktualität von Luthers Beobachtungen und Bemerkungen auf.

Luther selbst zu Wort kommen lassen

„Uns ist es wichtig, Martin Luther selbst zu Wort kommen zu lassen“, erklärte Pfarrer Thomas Meyer. „Die Zuhörer verinnerlichen seine Worte auf diese Weise ganz besonders“, so Meyer weiter. Und so lauschten die Anwesenden dem Schauspieler auch andächtig, der neben vielen philosophischen und theologischen Weisheiten immer wieder auf den pointierten Humor des Reformators verwies. „Für die Toten Wein, für die Lebenden Wasser: Das ist eine Vorschrift für Fische“, erklärte Mitternacht in der Rolle Luthers dann auch schon zu Beginn des Abends und hob sein Glas.

„Musik ist dem Satan verhasst“

Untermalt wurde das Festmahl durch die musikalischen Darbietungen von Friederike Spangenberg und Ralf Mühlbrandt, die die Gäste mit ihrem Gesang empfingen und im Laufe des Abends immer wieder kirchliche Melodien und Texte des Reformators anstimmten. Dass die Musik einen besonderen Platz im Leben Luthers eingenommen habe, sei offensichtlich, so Mitternacht. „Die Musik ist die beste Gottesgabe – und dem Satan sehr verhasst“, kündigte der Schauspieler die gesanglichen Einlagen an.

Festivitäten im Jubiläumsjahr

Besonders interessant wurde es immer dann, wenn Mitternacht Luther von seinen reformatorischen Bemühungen und der Veröffentlichung der berühmten 95 Thesen sprechen ließ. Diese Sequenzen schürten die Neugier auf die Festivitäten in der Stadtkirche im nächsten Jahr, dann feiert die Reformation ihr 500. Jubiläum.