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Mögliches Modellprojekt Delmenhorst denkt über Tempo 30 auf Hauptstraße nach

Von Michael Korn | 09.08.2017, 20:13 Uhr

Die stark befahrene Bismarckstraße könnte bald zur Tempo-30-Zone werden. Ein etwaiges Limit ist zumindest wieder Thema der Ratspolitik.

Die Stadt strebt Lösungen für zwei Sorgenkinder in ihrem Verkehrsnetz an: Für die Bismarckstraße wegen des Lärmschutzes und für die Dwostraße wegen der Schlaglöcher. In beiden langjährig umstrittenen Fällen ließ Fachbereichschef Fritz Brünjes vor den Planungspolitikern am Dienstag, 8. August, Regelungen durchblicken, die jeweiligen Probleme zeitnah in den Griff zu kriegen.

Tempo-30-Test auf Bismarckstraße möglich

Auf Nachfrage von Ratsfrau Eva Sassen (Bürgerforum) kündigte Brünjes ein Gesamtkonzept für die Begrenzung von Geschwindigkeiten und Schallpegel auf innerstädtischen Hauptstraßen an. Darin soll auch ein mögliches Tempolimit von 30 Stundenkilometer für die Bismarckstraße beantwortet werden. Für diese Verbindungsachse fehle jedoch noch der sogenannte „Lärmminderungsplan“, weshalb der aktuelle Sassen-Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung für die Bismarckstraße aufgeschoben werden sollte. Laut Brünjes gibt das vom Land Niedersachsen gestartete „Modellprojekt Tempo 30“ Städten und Gemeinden die Möglichkeit, Tempo 30 versuchsweise auch auf Hauptstraßen anzuordnen. Ziel ist es, über drei Jahre Daten über die Auswirkungen von Tempo 30 innerorts auf Lärm, Luft, Sicherheit und Verkehrsfluss zu erhalten. In der Vergangenheit haben Anwohner der Bismarckstraße immer wieder Tempo 30 wegen der erheblichen Lärmentwicklung durch Berufsverkehr und Einsatzfahrten von Rettungskräften gefordert.

Dwostraße: „Wir sollten etwas tun!“

Für die vor allem im Abschnitt Nord- bis Schönemoorer Straße arg zerrüttete Dwostraße gibt es möglicherweise auch Aussicht auf eine baldige Lösung. Bislang hatte die Stadt stets bekräftigt, dass für sie nur eine Totalsanierung von Fahrbahndecke und Unterbau Sinn mache, um nicht nach ein paar Jahren erneut Risse und Löcher flicken zu müssen. Landes- und Bundesmittel aus dem üblichen Topf zur Gemeindeverkehrsfinanzierung gibt es für ein solches Millionen-Vorhaben indes nicht. Dennoch sagte Brünjes vor dem Planungsausschuss zum Zustand der Dwostraße, auf der seit Langem wegen der Schäden und daraus resultierenden Geräuschentwicklung Tempo 30 gilt: „Wir sollten etwas tun!“ Einen Vorschlag will die Verwaltung der Ratspolitik in einer der nächsten Sitzung unterbreiten. Zurückgegangen waren die Erläuterungen von Brünjes auf einen Antrag der AfD.