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Morde im Delmenhorster Krankenhaus Polizisten sagen zur Högel-Mordserie Högel aus

Von Frederik Grabbe | 17.12.2018, 17:00 Uhr

Delmenhorst/ Oldenburg Bei den nächsten beiden Prozesstagen im Mordfall um Niels Högel werden sich erstmals Zeugen äußern. Die Zeugen kommen zunächst sämtlich aus den Reihen der Polizei, unter ihnen ist auch der frühere Chef der Soko Kardio.

Im Prozess um den früheren Krankenpfleger Niels Högel werden bei den nächsten Verhandlungstagen am 3. und 4. Januar die ersten Zeugenaussagen erwartet. Laut Mitteilung des Landgerichts Oldenburg werden in den Weser-Ems-Hallen sieben Polizisten aussagen. Drei der Ermittler werden sich überwiegend zu Högels Taten im Oldenburger Klinikum äußern, vier weitere über den Tatort im früheren Delmenhorster Klinikum. In beiden Krankenhäusern soll Högel insgesamt 100 Mal getötet haben. Unter den Polizisten ist auch Arne Schmidt, der die Sonderkommission Kardio geleitet hatte, die drei Jahre lang gegen Högel ermittelt hatte.

100 Morde in fünf Jahren werden Högel vorgeworfen

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Bei seinen Taten hat der frühere Pfleger zwischen 2000 und 2005 Patienten auf Intensivstationen der zwei Krankenhäuser Medikamentenüberdosen gespritzt. Bis zum fünften Verhandlungstag gab er vor Gericht 43 solcher „Manipulationen“ zu, 52 Mal konnte er sich mangels Erinnerungen nicht äußern, schloss mögliche Tötungen aber nicht aus, in fünf Todesfällen stritt er jede Verantwortung ab.

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