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Mordverfahren Gutachter aus NSU-Prozess soll Schuldfähigkeit Högels bewerten

Von Frederik Grabbe | 21.01.2019, 11:55 Uhr

Im Prozess gegen den wegen 100-fachen Mordes angeklagten ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel tauscht das Gericht den psychiatrischen Sachverständigen aus. Konstantin Karyofilis fällt krankheitsbedingt aus. Ihm folgt Henning Saß, bekannt aus dem NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe.

Im Verfahren gegen den Patientenmörder Niels Högel hat das Landgericht Oldenburg einen Gutachterwechsel angekündigt. Der bisherige forensische Sachverständige Konstantin Karyofilis kann wegen einer unvorhergesehenen schweren Erkrankung die Begutachtung des Angeklagten nicht zu Ende führen, heißt es in einer Mitteilung. Damit verliert der Prozess einen gerichtserfahrenen Psychiater. Karyofilis hatte in den Vorjahren Niels Högel des Öfteren zu den Vorwürfen gegen ihn befragt. Die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen ließ Karyofilis in der Befragung im aktuellen Prozess immer wieder einfließen.

 (Weiterlesen: Ermittler: Kollegen bezeichneten Högel als „Rettungsrambo“ )

Sein Nachfolger ist der Professor für Psychiatrie und Psychotherapie, Henning Saß. Saß kam unter anderem im Prozess gegen Beate Zschäpe, Hauptangeklagte im NSU-Prozess, zum Einsatz. „Es wird nun seine Aufgabe sein, den Angeklagten Högel im Hinblick auf seine Schuldfähigkeit zu begutachten“, schreibt das Landgericht. Saß soll auch prognostizieren, ob der Angeklagte „wegen eines Hangs zu erheblichen Straftaten“ weiterhin für die Allgemeinheit gefährlich ist. In diesem Fall müsste Högel nach einem Urteil möglicherweise in der Sicherungsverwahrung untergebracht werden.

Der nächste Verhandlungstag ist diesen Dienstag, 22. Januar.