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Müll-Resolution in Delmenhorst: Delmenhorster Politik unterstützt rotierende Müllwerker

Von Michael Korn | 15.07.2015, 17:52 Uhr

Der Aufsichtsrat der städtischen Müllabfuhrfirma ADG hat sich hinter den neuen rotierenden Einsatz der Müllwerker gestellt. Kritik an diesem System sei „blanker Hohn“ heißt es in einer Resolution.

Der Aufsichtsrat der Delmenhorster Müllabfuhrfirma ADG Abfallwirtschaft wehrt sich gegen Kritik am neuen Rotationssystem für die Müllwerker bei der Tonnenleerung. Er sieht sich nach eigenen Angaben für die Gesellschaft, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Delmenhorst in der Pflicht, gegen unsachliche Darstellungen in der Öffentlichkeit mit einer Resolution eine Richtigstellung vorzunehmen. Ratsfrau Eva Sassen (Bürgerforum) hatte die Rotation als Affront gegen die Mitarbeiter und schädlich für die Gebührenzahler bezeichnet.

Seit dem 1. Juli dieses Jahres sind die Mitarbeiter der Delmenhorster Abfallsammlung in einem Rotationssystem tätig, heißt es in einer Mitteilung der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Andrea Meyer-Garbe (SPD). Dabei handele es sich um ein System, „das auf verschiedenen Fahrzeugen und Arbeitsorten bei der Abfallwirtschaft Delmenhorst bereits seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt wird“: So würden die Mitarbeiter auf den Fahrzeugen des Abfalltransportes seit Übernahme der Arbeiten im Jahr 2013 wechselnd eingesetzt und auch die Mitarbeiter der Abfallannahmestellen seien wechselweise auf allen drei Abfallannahmestellen der ADG tätig.

Enge Abstimmung mit Betriebsrat

„In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat und nach Anhörung der betroffenen Mitarbeiter“ wurde dieses System laut Mitteilung nun auch für die Abfallsammlung eingeführt. Dies habe verschiedene Gründe: So fänden zum Beispiel die Arbeiten der Abfallsammlung im öffentlichen Verkehr und damit in einer gefährlichen Umgebung statt. In einer derartigen Arbeitsumgebung ergebe sich durch Routine ein mögliches Gefahrenpotential. Die Rotation solle daher „das Bewusstsein der Mitarbeiter schärfen“. Des Weiteren sorge die Rotation für Abwechslung. Die Arbeit mit wechselnden Kollegen ermögliche zudem einen wesentlich größeren Erfahrungsaustausch.

Der Aufsichtsrat habe hohen Respekt vor der guten Arbeit der ADG-Mitarbeiter.

„Skepsis durchaus normal“

Seitens der Mitarbeiter wurde laut der Mitteilung „im Vorfeld nur sehr wenig Unmut über die Rotation geäußert“. Diese seien skeptisch gewesen,“ was durchaus normal ist“. Sie stünden dem Verfahren aber offen gegenüber. Durch die bereits durchgeführte Rotation in anderen Arbeitsbereichen, aber auch im Rahmen natürlicher Wechsel und Verschiebungen in den Gruppen durch Krankheit oder Urlaub, sei in der Vergangenheit weder eine Verschlechterung der Leerungszahl noch eine Erhöhung der Krankenstände bei den Mitarbeitern erkennbar gewesen.

Die gegenseitige Rücksichtnahme und die Achtung der Kollegen untereinander würden auch durch die Rotation in dem Arbeitsbereich Abfallsammlung nicht beeinflusst.“Jede anderweitige Äußerung und Unterstellung gegenüber den engagierten Kollegen, von welcher Seite auch immer, ist als blanker Hohn und äußerst bitterer Angriff zu werten“, so der Wortlaut. Der Aufsichtsrat der ADG Abfallwirtschaft Delmenhorst GmbH und die Belegschaft sähen die Rotation in vollem Umfang als sinnvolle Maßnahme an.