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Müll vor der Stadtkirche Delmenhorst ist im Pokémon-Fieber

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 19.07.2016, 20:20 Uhr

Das Phänomen Pokémon Go hat auch in Delmenhorst voll eingeschlagen. Während es vor der Stadtkirche langsam zum Ärgernis wird, macht sich ein Kaufmann einen Spaß aus der Sache.

In der vergangenen Woche ist das Smartphone-Spiel Pokémon Go in Deutschland erschienen und hat auch die Delmenhorster scharenweise zur Monsterjagd auf die Straßen getrieben. An der Stadtkirche hat dies jetzt zu einem Müllproblem geführt.

Monsterjagd in realer Umgebung

Pokémon Go ist im Prinzip die Fortführung des Gameboy-Klassikers der 90er-Jahre. Doch statt eine Spielfigur durch eine Fantasiewelt zu bewegen, kann der Spieler mithilfe von GPS durch seine eigene Heimatstadt laufen und Pokémon jagen. Diese werden auf dem Display in die reale Umgebung projiziert. In Delmenhorst hat sich vor allem die Innenstadt zum beliebten Jagdgebiet entwickelt.

Weiterlesen: Pokémon-Jäger in Gedenkstätten unerwünscht

Am Bahnhof, auf der Burginsel und an der Stadtkirche lassen sich besonders viele dieser virtuellen Tiere fangen. Besonders eifrige Jäger besuchen die Orte gleich mehrfach am Tag und verweilen dort, um möglichst viele Pokémon zu fangen.

Bis zu 70 Spieler vor der Stadtkirche

Das ist an der Stadtkirche jetzt zu einem Problem geworden, wie Küster Ralf Andexer berichtet. Bis zu 70 Spieler versammeln sich dort, teilweise bis in die Nacht. Doch während sie ihre virtuellen Jagdtrophäen mitnehmen, lassen sie ihren realen Müll vor Ort – und das nicht zu knapp.

„Dreimal am Tag sammel ich ein bis zwei große Müllsäcke voll ein. Ich komme zu nichts anderem mehr“, klagt Andexer. Er hat nichts gegen den Auflauf vor der Kirche, findet das Spiel sogar gut. „Aber die Vermüllung nimmt ein Ausmaß an, gegen das ich nicht ankomme.“ Die Pokémon-Fans würden sich sogar Pizza an die Kirche liefern lassen. Er ruft deshalb die Spieler dazu auf, ihren Müll wieder mitzunehmen.

Lustiges Schild vor Videospiel-Geschäft

Mit Humor nimmt dagegen Christian Wüstner, Inhaber des Videospiel-Geschäfts Gameground, den aktuellen Trubel um das Spiel. Vor seinem Laden hat er am Dienstag ein Schild auf den Weg gestellt. „Wenn du gerade hier gegen gerannt bist, wünschen wir dir weiterhin viel Spaß mit Pokémon Go“, steht darauf geschrieben.