Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Multivisionsschau im Maxe Delmenhorster Schüler schärfen Umweltbewusstsein

Von Merlin Hinkelmann | 31.08.2017, 16:35 Uhr

Jeder Mensch verbraucht Rohstoffe – und deshalb ist auch jeder verantwortlich für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen des Planeten. Mit dieser Botschaft hat die Multivisionsschau „RedUSE“ 380 Maxe-Schüler konfrontiert.

„Wer von Euch ist heute mit Erdöl in Verbindung gekommen?“ Keiner meldet sich. Holger Krohn wiederholt seine Frage. Aber: noch immer kein Handzeichen. Also hilft der Moderator den Schülern auf die Sprünge. „Eure Zahnbürste besteht aus Kunststoff. Und der wird aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt.“ Jetzt sind alle Hände oben. Geht doch. Rund 380 Schüler des Max-Planck-Gymnasiums haben sich am Donnerstag die von der Unesco zertifizierte Multivisionsschau „RedUSE“ angesehen, die in diesem Jahr die Europäische Woche der Abfallvermeidung einläutet. Im Zentrum der Veranstaltung stand der nachhaltige Ressourcenverbrauch – ein Vorgriff auf die Ideenwerkstatt „Aus Alt wird Neu“, die am 23. November in der Markthalle zu sehen ist.

„Schlüsselthema der Zukunft“

Wie wollen wir in Zukunft leben? Und: Wie können wir die Ressourcen auf der Erde schützen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schüler im Maxe-Campus. Zu Gast waren auch Stadtbaurätin Bianca Urban als Vertreterin der Stadt Delmenhorst, Jutta Jünemann, Leiterin der OLB-Filiale an der Bahnhofstraße, sowie Rico Rademacher von der Stadtwerkegruppe. Die Stadt Delmenhorst, die Oldenburgische Landesbank und die Stadtwerkegruppe hatten das Projekt finanziell unterstützt. „Wir alle wissen: Unsere Ressourcen sind endlich“, machte Urban in ihrem Grußwort deutlich. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen sei deshalb das „Schlüsselthema der Zukunft“. Das „RedUSE“-Projekt bezeichnete Urban als „Augenöffner, der junge Menschen sensibilisieren und ihr Interesse wecken soll“.

44 Kilo Rohstoffe am Tag

Sensibilisieren und die Schüler neugierig machen: Genau das tat Moderator Holger Krohn, der seit über 20 Jahren Umweltaktivist bei Greenpeace ist. „Wir leben auf großem Fuße, fahren immer größere Autos, wechseln unsere Fernseher im Zwei-Jahres-Takt“, erklärte er seinem Publikum und unterstrich die Dringlichkeit seiner Worte mit Zahlen. Ein Steinzeitmensch habe als Jäger und Sammler etwa drei Kilo Rohstoffe am Tag verbraucht. Durch Ackerbau und Viehzucht sei dieser Wert auf elf Kilo angestiegen. Und in der heutigen Konsum- und Wegwerf-Gesellschaft? „Heute sind es 44 Kilo am Tag.“ Tendenz steigend. Auch Rico Rademacher von den Stadtwerken appellierte im Gespräch mit Holger Krohn an das Umweltbewusstsein der Schüler. Er wolle, dass sich jeder der Endlichkeit der Ressourcen bewusst sei und sich selber die Frage stelle: Brauche ich dieses und jenes wirklich? „Jedes selbst formulierte Nein ist ein wichtiger Beitrag und hilft, unsere Zukunft zu sichern.“