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„Nabucco“ auf der Burginsel Große Oper begeistert unter freiem Himmel

Von Dirk Hamm | 19.08.2017, 14:32 Uhr

Großartige Stimmen, prächtige Kostüme, Giuseppe Verdis unvergleichliche Musik, und das alles in malerischer Umgebung: Die Open-Air-Aufführung der Oper „Nabucco“ des großen Komponisten geriet am Freitagabend für rund 900 Zuschauer auf der Burginsel zum besonderen Erlebnis.

Großartige Stimmen, prächtige Kostüme, Giuseppe Verdis unvergleichliche Musik, und das alles in malerischer Umgebung: Die Open-Air-Aufführung der Oper „Nabucco“ des großen Komponisten geriet am Freitagabend für rund 900 Zuschauer auf der Burginsel zum besonderen Erlebnis.

Gegen den Regen gewappnet

Eigentlich hätte es ein hochsommerliches Opernvergnügen werden sollen, ginge es nur nach dem Kalender, doch das Wetter zeigte sich durchweg von der herbstlichen Seite. Die Besucher hatten sich mit Anoraks, Regencapes und in der letzten Reihe auch Regenschirmen gewappnet.

Sie ließen sich von den kurzen Schauern während des ersten Akts jedoch nicht die Freude an der Inszenierung um den größenwahnsinnigen Titelhelden Nabucco und die in Babylon gefangenen Hebräer verderben. Sie sparten nicht mit Beifall für die Darbietungen der rund 100 Sänger, Tänzer und Musiker aus namhaften tschechischen Opernhäusern und Orchestern.

Für viele das erste Opernerlebnis

Viele der Zuschauer an diesem Abend haben unter freiem Himmel ihre ganz persönliche Opernpremiere erlebt. Für andere war es die Gelegenheit, einmal eine Opernaufführung in einer ganz anderen Atmosphäre als im geschlossenen Konzertsaal zu erleben. Anke und Andreas Discher aus Ganderkesee haben „Nabucco“ bereits zweimal zuvor gesehen. Die Ganderkeseer waren begeistert vom Naturambiente auf der Burginsel: „Wir sind hierher gekommen, weil wir diese Atmosphäre und Kulisse mögen. Das ist eine tolle Veranstaltung für Delmenhorst.“

Gefangenenchor sorgt für Gänsehaut

Die eine oder andere Stimme komme akustisch nicht so gut rüber wie in einem Opernhaus, meinte Anke Discher. Das werde aber kompensiert durch das außergewöhnliche Ambiente, fügte ihr Mann hinzu.

Mit fortschreitender Dunkelheit wurde die Szenerie auf der Lichtung inmitten der Graft immer stimmungsvoller. Im dritten Akt wurden dann zahlreiche Smartphones gezückt, beinahe wie in einem Popkonzert: Der berühmte Gefangenenchor sollte festgehalten werden. „Va, pensiero“, eine unvergessliche, ungemein berührende Melodie und Italiens inoffizielle Nationalhymne verfehlte ihre Wirkung nicht – ein großartiger Gänsehautmoment auf der Burginsel.