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Nach Abzocke in Delmenhorst Kunden sollen auf Rechnung und Ruf des Betriebs achten

Von Kai Hasse | 01.11.2018, 14:58 Uhr

Sprecher von Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer warnen vor unseriösen Angeboten von sogenannten Handwerkern im Haus. Nach einem im dk geschilderten Fall von Betrug und Wucher betonen sie, dass seriöse Betriebe stets Sitz und Adresse sowie Referenzen aufweisen können.

Kunden von Handwerkern sollen beim Ablauf einer Reparatur im Haus genau hinsehen – dazu raten Sprecher von Handwerkskammer Oldenburg und Kreishandwerkerschaft Delmenhorst. Man solle sich von Leumund des Unternehmens und der richtigen Abwicklung überzeugen. Das melden sie in Reaktion auf einen Bericht unserer Redaktion, in dem ein Fall von Betrug und Abzocke geschildert wurde.

Seriöse Innungsbetriebe auf Homepage

Bei dem Fall in Delmenhorst hatte eine Frau, die eine Verstopfung im Bad hatte, einem Mann, der sich als Handwerker ausgab, 350 Euro in Bar gegeben. Er hatte zuvor Toilettenschüssel und Rohre abmontiert, erklärte, dass er weitere Geräte brauche, ging – und kehrte nicht wieder. Carsten Bleckwenn, designierter Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst, rät dringend, sich vor einem Handwerksauftrag im Haus über das infrage kommende Unternehmen zu informieren. Das könne beispielsweise auf der Homepage der Handwerkerschaft geschehen, auf der seriöse Innungsbetriebe verzeichnet sind. Außerdem rät er dazu, positive Erfahrungen von Bekannten zu beachten. „Im Vorfeld sollte man sich auch einen Kostenvoranschlag geben lassen“, rät er bei Aufträgen – soweit das angesichts von heimischen Notlagen wie verstopften Rohren möglich ist. Handwerker würden stets ein Protokoll ihrer Arbeit anfertigen, das sie vorlegen. Sie sollten dem Kunden die getane Arbeit plausibel erklären können – und auf Arbeitsprotokollen und Rechnungen sollte ein Unternehmenssitz samt Adresse verzeichnet sein.

Betriebe ins Adressbuch oder Smartphone

Auch Torsten Heidemann, Sprecher der Handwerkskammer Oldenburg, rät zum kritischen Blick auf Rechnungen. Name, Adresse und Steuernummer des Unternehmens sollten daraus hervorgehen. „Eine Bezahlung ohne Rechnung wird unter Umständen als Schwarzgeldabrede ausgelegt – dann hat der Hauseigentümer in der Regel Geld und Gewährleistungsrechte verloren“, sagt er. Wer unsicher sei, könne auch Nachbarn, Freunde oder Bekannte – oder sogar die Polizei – zur Unterstützung holen. Heidemann: „Um für Notfälle gewappnet zu sein, kann man sich Telefonnummern von zuverlässigen Betrieben, die vor Ort ansässig sind, ins Adressbuch schreiben oder im Smartphone speichern.“

Bleckwenn wie auch Heidemann warnen in diesem Zusammenhang auch vor Dachsanierern, die ungefragt Arbeiten am Dach anbieten – „das ist immer Augenwischerei“, so Bleckwenn von der Kreishandwerkerschaft. Sollte es Fälle geben, in denen es bereits zu einer Zahlung gekommen ist, gebe es oft keine Handhabe, bemerkt er. Die Kreishandwerkerschaft ist stets daran interessiert, Berichte über möglichen betrügerischen Pfusch zu erfahren. Infos über Betriebe der Kreishandwerkerschaft sowie Kontakt gibt es unter www.handwerk-delmenhorst.de und unter (04221) 962550.