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Nach Attacke auf Sanitäter Feuerwehr in Delmenhorst fordert weiter Strafverfolgung

Von Thomas Breuer | 28.09.2016, 20:50 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat ihre Haltung zum jüngsten Fall eines in Delmenhorst während eines Einsatzes verletzten Rettungssanitäters am Mittwoch noch einmal bekräftigt.

Grundsätzlich, so Erster Staatsanwalt Martin Rüppell, sei es Ziel der Staatsanwaltschaft, derartige Taten zu verfolgen, weil Rettungssanitäter, Feuerwehrleute und Polizeibeamte viel zu oft zu Opfern würden. Im konkreten Fall müsse aber von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen werden , weil sich der Täter in einem akuten psychischen Ausnahmezustand befunden habe.

Polizei zum Einsatzort gerufen

Zum Tathergang sagte Rüppell, nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sei der Rettungsdienst verständigt worden, nachdem der Mann von seinen Angehörigen mit einer Schnittverletzung im Fuß aufgefunden worden war. Im Beisein der Rettungskräfte habe er seine Mutter geschubst. Die Polizei sei verständigt und der Mann in einen anderen Raum geleitet worden. Dabei habe er den Rettungssanitäter an die Wand gedrückt und mehrfach geschlagen.

Täter inzwischen in psychiatrischer Klinik

Die daraus resultierende Anzeige wegen Körperverletzung wird laut Staatsanwaltschaft wegen des psychischen Ausnahmezustandes des Mannes nicht weiter verfolgt. Einen Tag nach dem Vorfall habe er sich freiwillig in eine psychiatrische Klinik begeben und werde dort weiterhin behandelt.

Rüppell bedauerte, dass der Berufsverband Feuerwehr mit seinem Unmut über die Einstellung des Strafverfahrens ausschließlich den Weg in die Öffentlichkeit gesucht und sich nicht noch einmal an die Staatsanwaltschaft gewandt habe.

Berufsverband Feuerwehr hält Kritik aufrecht

Für den Berufsverband sagte dessen Vorsitzender Stefan Manneck, die Verfahren nach Übergriffen gegen Einsatzkräfte würden deutschlandweit zu häufig eingestellt – mit Verweis auf eine erstmalige Auffälligkeit des Beschuldigten oder auf eine verminderte Schuldfähigkeit. Im konkreten Fall halte man eine Strafverfolgung nach wie vor für den richtigen Weg.