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Nach Bericht über Klo-Gestank Stadt Delmenhorst will für frischen Wind sorgen

Von Kai Hasse | 02.09.2017, 10:58 Uhr

Die Stadt Delmenhorst will notwendige Sanierungen in den Schulen „so schnell wie möglich umsetzen“. Das stellt sie nun nach einem dk-Bericht über Gestank im Sanitärbereich der Käthe-Kollwitz-Schule klar. Man müsse aber auch „Prioritäten setzen“.

In den Toiletten der Käthe-Kollwitz-Schule herrscht Gestank. Wie das dk berichtete, wird das öffentlich kritisiert. Nun hat die Stadt Delmenhorst mit einer Stellungnahme reagiert. Man werde im Fall des Geruchs so schnell wie möglich Abhilfe schaffen, erklärt die Stadt. Allerdings müsse man auch Prioritäten setzen.

Spendenlauf für Verschönerung

Ein Rückblick: Schulleiter Patrik Husband hatte vor einer guten Woche einen Spendenlauf von Kindern seiner Schule organisiert, um die sanitären Anlagen in seiner Schule verschönern zu können. Das dk berichtete. Die Aktion ist eingebettet in ein pädagogisches Konzept: Die Schüler sollen durch ihre eigene Mitwirkung an der Verschönerung lernen, den Bereich wertzuschätzen. Zudem gibt es ein eigenes Hygiene-Konzept der Schule. Sein zweites Problem ist aber, dass es speziell in den Jungen-Toiletten enorm stinkt.

Alte Urinalrinne überfliest

Schon in der vergangenen Woche kündigte die Stadt an, dass ein Bereich des Jungs-Klos, in dem eine alte Urinalrinne beim Einbau von Pissoirs offenbar einfach überfliest wurde, im Herbst saniert werden soll. Das dk berichtete dazu. „Wenn wir von so etwas Kenntnis bekommen, setzen wir das, wie auch in diesem Fall, so schnell wie möglich um“, unterstreicht nun der für Bildung zuständige Fachbereichsleiter Hero Mennebäck. In derartigen Angelegenheiten könnten sich die Schulleitungen oder Hausmeister sowohl an den Fachdienst Schule und Sport als auch direkt an die Bauunterhaltung wenden.

Sicherheit, Brandschutz und Gebäudestatik

„Wir müssen natürlich Prioritäten setzen“, ergänzt Andreas Tensfeldt, Fachbereichsleiter für Gebäudemanagement, aber auch. Die Listen, was als Dringendstes zu tun sei, würden je nach neuen Meldungen und Erkenntnissen angepasst werden. Besonders wichtig sei natürlich die Sicherheit, etwa Brandschutz oder Gebäudestatik. Der technisch und hygienisch einwandfreie Zustand von Sanitäranlagen rangiere ebenfalls weit oben. „Das ist immer gewährleistet“ – ebenso wie die tägliche Reinigung von Toiletten sowie anderen hygienisch sensiblen Bereichen an sämtlichen Schulen. Ausdrücklich in Schutz nahmen Husband und die Stadt die Reinigungskraft, die nichts für die Zustände könne.

Ungenutzte Haushaltsreste

Gezielt den Umstand der stinkenden Toiletten hatte auch Stefan Charrière im Namen der Eltern in einem Brief an das dk kritisiert: Der Zustand der Toiletten sei seit Jahren „schlicht mit unwürdig und gesundheitsgefährdend zu beschreiben“, heißt es. Der Gestank sorge dafür, dass Kinder den Toilettengang verweigern, was „schwerwiegende gesundheitliche Folgen“ haben könne. Zugleich weist Charrière auf hohe ungenutzte Haushaltsreste der Stadt hin – das ist Geld, das zwar für bestimmte Projekte eingeplant wurde, aber quasi ungenutzt bleibt, weil die Bearbeitung dieser Vorhaben hinterherhinkt. Gerade vor diesem Hintergrund sei der Geruch in den Toiletten, der lange bekannt sei, unverständlich.