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Nach dem Anschlag in Dresden Muslime in Delmenhorst erwarten friedlichen 3. Oktober

Von Thomas Breuer | 27.09.2016, 18:45 Uhr

Der mutmaßlich fremdenfeindliche Anschlag in Dresden, bei dem am Montagabend auch an der Tür einer Moschee ein Sprengsatz explodierte, soll beim bundesweiten Tag der offenen Moschee am Montag, 3. Oktober, keine Spuren hinterlassen.

Übereinstimmend erklärten Vertreter der drei islamischen Gemeinden im Stadtgebiet auf Nachfrage, dass sie einen ähnlich friedlichen Verlauf wie in den vergangenen Jahren erwarten.

„Keine Fanatiker in Delmenhorst“

„Gott sei Dank haben wir in Delmenhorst keine Fanatiker“, meinte Yusuf Alic vom Delmenhorster Integrations- und Bildungsverein. „Wir werden am Montag auch keine Security anfordern.“ Laut Alic, der seit 1974 in Delmenhorst lebt, hat es bei den Tagen der offenen Moschee vor Ort noch nie einen Zwischenfall gegeben. „Hoffen wir, dass es so bleibt“, sagte er.

Unaufgeregt gibt sich auch die hiesige Polizei. Sprecher Frank Böttger erklärte: „Nach uns hier vorliegenden Erkenntnissen gibt es derzeit keine Anhaltspunkte, die für eine fremdenfeindliche Gefährdungssituation einer in Delmenhorst ansässigen Moschee sprechen.“ Unabhängig von den Ereignissen in Dresden sei die Polizei in Delmenhorst aber in der Lage, „auch auf unvorhergesehene Ereignisse adäquat reagieren zu können.“

„Solche Probleme haben wir nicht“

Die DITIB-Moschee am Bienenschauer, zu deren Dachverband auch die in Dresden beschädigte Moschee gehört, erwartet ebenfalls keine besonderen Vorkommnisse. Es gebe einen guten Kontakt zu den Ordnungshütern, die in den vergangenen Jahren regelmäßig am 3. Oktober vorbeigeschaut hätten. Sprecherin Elveda Seren sagte: „Die Polizei weiß am besten, was sie tun muss.“

Für die Mevlana-Gemeinde an der Breslauer Straße sagte Eyüp Ertrugrul mit dem Blick nach Dresden: „Solche Probleme werden wir in Delmenhorst nicht haben.“