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Nach gescheiterter Sanierung Arbeiten an neuen Delmenhorster Graftbrunnen laufen

Von Thomas Breuer | 02.08.2016, 14:40 Uhr

In den Delmenhorster Graftanlagen haben die Stadtwerke am Dienstag mit dem Bau von zwei neuen Brunnen begonnen, die unmittelbar neben den bereits vorhandenen Standorten entstehen werden.

Ihren Dienst sollen die neuen Bauwerke im Oktober aufnehmen. Damit verbunden sind zwei Zielsetzungen. Zum einen soll eine neuerliche Versumpfung von Teilen der Graftanlagen ausgeschlossen werden, zum anderen sollen die Voraussetzungen für eine neuerliche Trinkwasserförderung geschaffen werden. Laut Stadtwerke-Prokurist Dieter Meyer schlägt jeder neue Brunnen mit rund 200.000 Euro zu Buche.

Pro Brunnen Kosten von 200.000 Euro

Zunächst war angestrebt worden, alle im Betrieb befindlichen Brunnen lediglich zu sanieren. Diese Arbeiten wurden laut Stadtwerke-Sprecherin Britta Fengler Ende Mai beendet und waren „nur zum Teil erfolgreich“. Trotz einer leichten Verbesserung durch die Sanierung und Kosten von insgesamt 75.000 Euro entstehen nun die neuen Brunnen. Denn laut Fengler ist abzusehen, „dass die vorhandenen Brunnen definitiv keine zehn Jahre mehr halten werden“.

Seitens der städtischen Fachverwaltung heißt es dazu: „Es konnte keine hydraulisch wirksame Verblockung gelöst werden und die Gefahr bestand, dass es bei weiteren Regenerierversuchen sogar zum Totalausfall der Brunnen kommt.“ Bei den Sanierungsversuchen hatte eine Spezialfirma mit dem Hundertfachen des normalen Drucks Wasser in die Filterbereiche der Brunnen geschossen. So sollten Sand- und Eisenablagerungen gelöst werden, die die Leistungsfähigkeit der Brunnen erheblich einschränken.

Ein weiterer Brunnen soll im Frühjahr 2017 saniert werden. Ein vierter ist nach Einschätzung der Fachleute noch auf Jahre hin intakt. Insgesamt sollen sie bis zu 220 Kubikmeter Wasser pro Stunde fördern, das über den Hützelberggraben in die Delme geleitet wird.

Ursprünglich sechs Brunnen in Betrieb

Derzeit haben die Stadtwerke nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass die Arbeiten sich verzögern könnten, weil sie im Bereich eines Landschaftsschutzgebietes erfolgen.

Ursprünglich war das 2011 abgeschaltete Wasserwerk in der Graft mit sechs Brunnen verbunden. Nachdem es wieder angeschaltet worden war, versagten die ersten Brunnen ihren Dienst. Weil die Pumpenleistung in der Folge nicht ausreichte, musste für Teile der Graftanlagen Anfang 2015 erneut „Land unter“ vermeldet werden.