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Nach Kinderporno-Prozess Delmenhorst: Suhrkamp will im Rat bleiben

Von Frederik Grabbe | 13.11.2015, 15:04 Uhr

Henning Suhrkamp will im Rat der Stadt Delmenhorst bleiben: Trotz seiner zurückgezogenen Berufung vor dem Landgericht Oldenburg, sieht sich Suhrkamp als nicht schuldig. Dadurch, dass er den Rat nicht verlassen werde, setze er ein Zeichen für seine Unschuld, teilt er mit.

Henning Suhrkamp will im Rat der Stadt Delmenhorst verbleiben. Dies hat er in einer Mitteilung am Freitag mitgeteilt. Der Ratsherr bekräftigt darin seine Unschuld - obwohl er seine Berufung vor dem Landgericht Oldenburg zurückgezogen hat, und somit das Urteil wegen Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Inhalten durch das Delmenhorster Amtsgericht, eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen á 30 Euro, rechtskräftig ist. Somit endete der Rechtsstreit, der vor insgesamt zehn Monaten begann. Er werde sein Ratsmandat nicht abgeben, um somit den eigentlichen Täter nicht die letzte Genugtuung zu verschaffen, schreibt Suhrkamp, der sich als Opfer einer Intrige sieht. Dadurch, dass er nicht den Rat verlassen werde, setze er „ein Zeichen für seine eigene Stärke und Unschuld“. Am Donnerstag hatte Oberbürgermeister Jahnz den Rücktritt Suhrkamps gefordert.

Im Folgenden lesen Sie die Erklärung im Wortlaut.

„Ich bin für mich immer noch unfassbaren Vorwürfen wegen des sich Beschaffens und des Besitzes von kinder- und jugendpornografischem Material ausgesetzt. Weil mir und meinem familären Umfeld das Verfahren sehr zusetzt, habe ich gestern meine Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichtes zurückgezogen und das Verfahren damit beenden können.

Aber: Ich habe mir nichts vorzuwerfen und bin unschuldig. Mich mit falschen Beschuldigungen belasten... Sollte es nicht wichtiger sein, die tatsächlichen Umstände herauszufinden? Es geht schliesslich um Kinder als unsere Schutzbefohlenen!

In den letzten 25 Jahren habe ich - das bestätigen mir auch Kritiker - in der Jugend- und Tierschutz-Arbeit gerade auch ehrenamtlich viel für unsere Stadt geleistet. Ehrenamtlich bedeutet unentgeltlich - daher sollte allen klar sein: Es geht mir hier nicht ums Geld.

Ich werde mein Ratsmandat nicht abgeben, um damit dem Täter die letzte Genugtuung zu verschaffen. Im Gegenteil: Dadurch, dass ich den Rat nicht verlassen werde, setze ich ein Zeichen für meine eigene Stärke und Unschuld.

Henning Suhrkamp

Fraktionsloses Mitglied

von Bündnis´90/Die Grünen

im Rat der Stadt Delmenhorst“