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Nach Sanierung Freizeitbereich in Delmenhorster Grafttherme vor Neustart

Von Frederik Grabbe | 16.12.2016, 15:57 Uhr

Vier Monate war der Freizeitbereich der Grafttherme gesperrt, 5500 Fliesen wurden unter anderem ersetzt. Diesen Samstag öffnet er wieder. Zudem weiht das Bad eine neue Vierfachrutsche ein.

Seit vier Monaten war der Freizeitbereich der Grafttherme gesperrt, am Samstag, 10 Uhr, heißt es wieder Türen auf für die Besucher. Nach einigen Erneuerungen geht das Bad dann auch mit einer neuen Vierfach-Rutsche an den Start.

5500 Einzelfliesen ersetzt

„Wir sind im Zeitplan geblieben, im Kostenplan ebenfalls“, sagt Horst Fiedler, einer von zwei Geschäftsführern, zufrieden. Am 8. August musste das Bad den Freizeitbereich sperren, weil Wasserdampf die Fliesen hochgedrückt hatte . Insgesamt wurden so im Erlebnisbereich auf 1005 Quadratmetern Fliesen ersetzt, insgesamt 5500 Stück à 30 mal 60 Zentimeter, so Fiedler.

Mögliches Wasser geht in den Keller

 Um der Feuchtigkeit zwischen Estrich und Fliesen Herr zu werden , wurden zum Einen Wasseraustrittsquellen beseitigt – zum Beispiel war die Wasserzufuhr im Drachen an einem Spielbecken nicht ganz dicht. Zum Anderen verlegten Handwerker Plastikmatten auf den Estrich und trieben 45 rund 50 Zentimeter lange Rohre durch Estrich und Beton. Sollte sich Feuchtigkeit sammeln, sollen die Matten zwischen Estrich und Fliesen diese zu den Rohren leiten. Diese führen das Wasser in den Keller der Therme ab und sammelt sich zunächst provisorisch in Eimern. Von den Schäden war bis September auch der Hochduschen- und Saunabereich betroffen .

300.000 Euro kostet die Sanierung, 30.000 trägt das Bad

Leitungswasserschäden, Baumängel und Fehler der Bauaufsicht seien die Ursachen für die Wasseraustritte gewesen. Dies alles zu beheben, kostete rund 300.000 Euro. Davon zahlt die Grafttherme laut Fiedler rund 30.000 Euro, der Rest stamme aus einem Vergleich zwischen Bauaufsicht, dem Fliesenleger und einer Versicherung. Die Fliesen wurden übrigens von demselben Unternehmen verlegt, als Begleichung der eigenen Fehler, wie Fiedler sagt.

Versicherung soll Ausfall von 400.000 Euro auffangen

Die Sperrung hatte freilich auch Folgen auf die Besucherzahlen. 410.000 Besucher, so Fiedler, besuchen im Schnitt die Grafttherme im Jahr, 120.000 davon den Freizeitbereich, der nun vier Monate geschlossen war. Der Ausfall betrug pro Woche 25.000 Euro, beschreibt der zweite Geschäftsführer, Guido Becker. Hochgerechnet beträgt das Minus demnach 400.000 Euro. Hier soll aber eine Betriebsunterbrechungsversicherung greifen, so Becker.

Sperrung lässt Sportbecken profitieren

Ausfälle bei den Besuchen versuchte das Bad auch mit Sonderangeboten, wie ein kombinierter Besuch im Sport- und Saunabereich, zu kompensieren. „Das hat auch gut geklappt. Das Angebot wollen wir beibehalten. Insgesamt profitierte aber der Sportbereich mit einem Besucherplus von 15 Prozent während der Arbeiten“, schildert Becker.

Imagekampagne soll Besucher locken

Letztendlich ist festzuhalten, dass neben den 30.000 Euro Eigenkosten das Image des Bades möglicherweise durch die mehrmonatige Sperrung gelitten hat. Einige Besucher aus dem Umland, die örtliche Medien nicht beziehen, hätten anfangs über die Teilschließung im Bad nichts gewusst, so Fiedler. Darum folgt nun in den kommenden Wochen eine Imagekampagne: In der Delmenhorster City sollen bis 23. Dezember Coupons verteilt und bei Facebook und in den hiesigen Medien Anzeigen geschaltet werden, ab Januar komme eine Anzeigenkampagne in Zeitungen des Umlands hinzu, sagt Fiedler.

100.000 Euro für eine neue Rutsche

Der Neustart des Freizeitbereichs könnte Besuchern durch eine neue Vierfach-Rutsche versüßt werden. Sie hört auf den klangvollen Namen „Colour Racer“, eine Halfpipe-, zwei Speed- und eine geschlossene Rutsche sollen laut Becker Besuchern „einen Kick mehr“ verschaffen. Kostenpunkt: 100.000 Euro. Diese Investition trägt aber die Grafttherme im vollen Umfang selbst.