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Nach sittenwidrigem Vorfall Grafttherme fordert Gäste auf, Belästigungen zu melden

Von Frederik Grabbe | 19.12.2018, 20:28 Uhr

Delmenhorst Wiederholt sind Besucher am Sonntag der Grafttherme sittenwidrig belästigt worden. Das Bad fordert Gäste nun auch, Verdachtsmomente sofort dem Personal zu melden.

Nach dem neuerlichen sittenwidrigen Vorfall am Sonntag in der Grafttherme fordern die Stadtwerke Gäste, die Belästigungen oder dergleichen wahrnehmen, mit, auf, sich unverzüglich an das Personal des Bades zu wenden. Das teilt die Sprecherin der Stadtwerke, Britta Fengler, auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Polizeiliche Auswertung des Datenmaterials steht noch aus

Bei dem Vorfall am vergangenem Wochenende hatte eine 34-jährige Bremerin gemeinsam mit ihrer zehnjährigen Tochter bemerkt, wie sie in der Umkleidekabine gefilmt oder fotografiert worden waren. Die benachrichtigten Polizisten stellten nach der Information durch das Personal der Therme eine Digitalkamera und ein Smartphone bei einem 43-Jährigen sicher. Wie Polizeisprecher Albert Seegers auf Nachfrage mitteilte, steht eine Auswertung des Datenmaterials noch aus.

Datenschutz in sensiblen Bereichen verhindert Kameraüberwachung

Der Vorfall ist kein Einzelfall: Im April 2015 wurden nackte Graftthermebesucher mutmaßlich über eine Kamera in einer Trinkpackung gefilmt. Und erst im November berichtete die Polizei von zwei Fällen von Exhibitionismus in dem Bad. Ein solches Verhalten bezeichnen die Stadtwerke als „untragbar“. Allerdings sei es schwierig, solche Vorfälle einzudämmen. Laut Fengler sei es zum Beispiel aus Datenschutzgründen nicht gestattet, Videokameras in sensiblen Bereichen wie Umkleiden und Saunabereich zu installieren. Die Mitarbeiter des Bades seien sensibilisiert worden, was mittlerweile dazu geführt habe, Sittenwidrigkeiten aufzudecken. Gefassten Personen würde ein Hausverbot erteilt, so Fengler.

„Belästigungen kein Einzelfall“

Die Sprecherin stellt allgemein fest: „Belästigungen in Bädern sind leider kein Einzelfall – sie kommen bedauerlicherweise immer wieder vor.“ Gerade darum seien die Gäste aufgerufen, Verdachtsmomente sofort dem Personal zu melden.