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Nach Startsignal für Josef-Hospital Konflikt um künftige Klinik-Verkehre in Delmenhorst

Von Michael Korn | 15.06.2016, 20:01 Uhr

Auch am Tag nach dem politischen Startsignal für den Krankenhaus-Neubau in der Innenstadt sorgt die künftige Verkehrsanbindung für Konfliktstoff. Der Blumenstraße kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

In der Kontroverse um die künftige Verkehrsanbindung des Krankenhaus-Neubaus in der Innenstadt kommt einer Privatstraße als möglicher Zufahrt erhebliche Bedeutung zu: Die Blumenstraße, die von der Mühlenstraße abgeht und unter anderem die Volksbank, Sporthof und das dk anbindet, spielt in den Überlegungen der Krankenhausplaner eine wichtige Rolle für die erheblich zunehmenden Klinikverkehre rund um den Stift-Standort. Ein Verkehrsgutachten soll nach Rathaus-Angaben klären, ob und welches Fahrzeugaufkommen zum neuen Josef-Hospital von der Sackgasse aufgenommen werden kann.

Blumenstraße: Eigentümer pochen auf ihre Interessen

Knackpunkt bei der Blumenstraße ist nach skeptischen Hinweisen aus der Ratspolitik vor allem die Frage, ob der Einmündungsbereich zur Mühlenstraße überhaupt so gestaltet werden kann, dass weitaus mehr abbiegende Fahrzeuge in den ohnehin stark belasteten Straßenabschnitt zwischen Oldenburger Straße und Louisenstraße integriert werden können. Zudem pochen die Eigentümer und Anlieger der Privatstraße auf ungehinderte Zufahrten und Parkmöglichkeiten für ihre Firmen und Geschäfte, heißt es. Für die zusätzliche Aufnahme von Lieferfahrzeugen zum Krankenhaus, abfahrenden Rettungswagen und womöglich noch Besucher- und Mitarbeiterautos erscheint die Blumenstraße jedenfalls kaum ausgelegt. FDP-Fraktionschef Murat Kalmis bekräftigte die Vorbehalte der betroffenen Straßeneigner am Mittwoch mit dem Verweis auf ein anwaltliches Schreiben: Darin hätten die Anlieger ihre „ernsthaften Einwände gegen den Standort“ gegenüber der Stadt erklärt. Kalmis kritisiert, dass der Planungsausschuss des Rates, der gestern mit großer Mehrheit den Startschuss für einen Bebauungsplan für das Josef-Hospital gegeben hatte, nicht über die juristisch untermauerten Einwände informiert worden waren. Auch seien die Politiker über die finanziellen Folgen für die Stadt sowie über die erforderlichen Baumaßnahmen an Louisenstraße, Koppelstraße, Blumenstraße und Wendeplatz im Unklaren gelassen worden. Kalmis fordert Oberbürgermeister Axel Jahnz auf, „ den Bürgern nicht erneut Tatsaschen vorzuenthalten und für Transparenz zu sorgen“.

Verkehrsgutachten klärt Lösungsmöglichkeiten

Am Dienstag hatte Fachbereichschef Fritz Brünjes zur möglichen Einbindung der Blumenstraße in die Krankenhausverkehre versichert, dass dies in einem Verkehrsgutachten erst noch grundsätzlich geklärt werden müsse: „Wenn dies danach nicht möglich ist, werden wir andere Lösungen finden.“