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Nach zehn Jahren Wartezeit Hasberger weihen neue Feuerwache ein

Von Sascha Sebastian Rühl | 24.11.2018, 18:23 Uhr

Die neue Hasberger Feuerwache ist am Wochenende feierlich eingeweiht worden. Es ist ein Meilenstein für die seit Jahren von Platznot geplagte Wehr. Nun steht der Umzug bevor.

60 Spinde in einem eigenen Umkleideraum, Platz für sechs Feuerwehrfahrzeuge in einer aus allen Teilen der Wache schnell zu erreichenden Halle, eine richtige Werkstatt, Büros, in denen endlich Platz für immer mehr zu erledigenden Papierkram und seine Bearbeiter geschaffen wurde. Dazu ein teilbarer Versammlungsraum, der taghell beleuchtet werden kann und gleichzeitig Platz für bis zu 90 Personen bietet. Die Hasberger Feuerwehrleute nutzten ihren Atem am Wochenende zum erleichterten Ausatmen. „Wir haben vor zehn Jahren angefangen zu planen. Es wurde Zeit“, betont Ortsbrandmeister Marcus von Weyhe.

Fackelzug zur neuen Wache

Der Tag der offenen Tür am Samstag sollte den Hasbergern zeigen, was aus dem Projekt geworden ist. Und die Leute kamen zahlreich, belegten sämtliche Parkplätze und den Randstreifen des Horster Wegs fast bis nach Delmenhorst. „Mit einem solchen Zuspruch hätte ich nicht gerechnet“, freut sich der Ortsbrandmeister. Am Vortag waren die aktiven Kameraden, es sind zurzeit etwa 70, zusammen mit einem Musikzug von der alten Wache in einem Fackelzug zur neuen gelaufen. „Da ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.“ An der neuen Wache warteten Vertreter aus Politik, Verwaltung und befreundeter Wehren. Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) sei „hin und weg“ gewesen, verrät von Weyhe. Aber wohl nicht einmal ansatzweise so sehr wie die Hasberger Feuerwehrleute selbst.

Improvisation hat bald ein Ende

Malte Cordes ist seit zwölf Jahren Feuerwehrmann und fiebert damit dem neuen Gebäude seit dem Beginn der Planung entgegen. Seit etwa einem Jahr hängen die Zeichnungen der neuen Wehr an der Pinwand des alten Versammlungsraums. Wenn es besonders voll wurde, muss so mancher Retter sehnsüchtig auf das Bild geschaut haben. Der 28-Jährige nickt. „Wir waren hier mal 42 Leute an einem Dienstabend“, sagt er bei einem Besuch in der zurzeit noch genutzten alten Wache. Bei 30 Leuten sei es in dem Raum schon voll gewesen. Und er schüttelt den Kopf, wenn er zeigt, wo sich die Kameraden dünn machen mussten, wenn sie sich nebeneinander für den Einsatz umzogen. Im selben Raum mit den Abgasen der Einsatzfahrzeuge. „Das war gefährlich, da musste sich was tun“, findet Cordes. Man merkt dem Feuerwehrmann die Erleichterung an. Wenn er die Tür zur Dusche oder zum Umkleideraum der Frauen öffnet, wo, wie in fast jedem Raum der alten Wache, aus Platznot auch Ausrüstung gelagert werden muss. „Es ist vieles durcheinander“, sagt er. Jetzt, mit viel mehr und größeren Räumen, könne viel effizienter gearbeitet werden.

Kreidetafel wird Bildschirm weichen

Vielleicht gelingt der Umzug noch in diesem Jahr. Dann schauen die Retter nicht mehr auf eine Kreidetafel mit Einsatzinformationen, sondern auf einen Flachbildschirm. Dann entriegeln sich die Türen im Einsatzfall elektrisch für jeden Feuerwehrmann. Dann wird es nicht mehr eng bei Dienstbesprechungen. „Das war wie ein Großraumbüro auf engstem Raum“, findet Cordes. „Ein Büro für 14 Mann“, sagt auch Ortsbrandmeister von Weyhe. Jetzt gibt es endlich zwei Büros.

Nur eine Annehmlichkeit fehlt

Mit der neuen Wache habe die Wehr nun ein Gebäude auf neuestem Stand der Technik und mit genug Platz, um auch anderen Wehren Vorteile zu bieten. „In fünf Jahren könnte ein Katastrophenschutzfahrzeug des Bundes hier Platz finden. Das könnte für die Kreisausbildung genutzt werden. Auch unser historischer Löschzug wird Platz bekommen“, freut sich Marcus von Weyhe. Und hinter dem Gebäude sei viel Platz für Übungen. War in der alten Wache etwas besser? „Gut war, dass wir mit dem Fluss hinter dem Gebäude die Wasserbeschaffung üben konnten“, kann Malte Cordes zumindest einen Vorteil der alten Wache benennen.