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Nachbarschaft in Aufruhr Fünf Poller sorgen bei Anwohnern in Delmenhorst für Unmut

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 09.09.2017, 14:44 Uhr

Vorbei mit freier Fahrt: Ein mit Pollern versehener Privatweg an der Franken- und Wendenstraße sorgt für Unmut in der Nachbarschaft. Die Pfosten erschweren den Anwohnern den Weg zu ihren Garagen.

Fünf Poller sorgen derzeit bei einigen Anwohnern der Franken- und Wendenstraße für Unmut. Der Grund: Die rot-weißen Stangen erschweren ihnen die Anfahrt zu ihren Garagen mit dem Auto. Seit Anfang des Monats ist die Zuwegung, die hinter dem Einzel- und Großhandel Elias die Franken- mit der Wendenstraße verbindet mit den Pfosten versehen. Von der Wendenstraße aus wird die Durchfahrt für Autos mit drei Stangen komplett versperrt, seitens der Frankenstraße wird die Zufahrt zum Weg mit zwei Pfosten erheblich erschwert. Seither ist die Nachbarschaft in Aufruhr.

Weg zu Garagen nur über engen Korridor möglich

„Von heute auf morgen standen auf einmal diese Poller da“, berichtet die Anwohnerin Nicole Hahnfeld, die ihrem Ärger über die erschwerte Anfahrt zu ihrer Garage auf Facebook Luft gemacht hat. Jahrelang war der Weg problemlos passierbar für die Anwohner. Doch nun sind sie gezwungen, ihre Autos durch einen 2,55 Meter breiten Korridor zwischen Poller und Zaun zu befördern, um über einen angrenzenden Stichweg ihre Garagen zu erreichen. Die Alternative, über andere Stichwege die Garagen anzusteuern, bereitet den Anwohnern aufgrund der schmalen Schotterwege ebenfalls Schwierigkeiten.

Anwohner sind in Sorge

„Vorher hat es nie Streitigkeiten in der Nachbarschaft gegeben“, berichtet die Anwohnerin Nicole Hahnfeld. Die beiden Nachbarn, die mit ihren Grundstücken direkt am Weg liegen und die Stangen gesetzt haben, hätten auch nie etwas von ihren Plänen erwähnt. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Man hätte doch gemeinsam nach Lösungen suchen können“, ärgert sich die Anwohnerin. Mit ihrem Unmut ist sie nicht alleine. Mehrere Anwohner fühlen sich durch die Poller gestört und sind in Sorge. „Was ist, wenn mal jemand im Garten umkippt? Der Weg muss doch frei sein für den Rettungsdienst oder die Feuerwehr“, gibt Anwohner Rainer Hempel zu Bedenken. Nach Prüfung durch die Feuerwehr gibt es keine Feuerwehr- beziehungsweise rettungstechnischen Bedenken, teilte die Stadt Delmenhorst auf Anfrage mit. Die Anwohner fordern dennoch: Die Poller müssen weg.

Grundstückbesitzer fühlte sich von parkenden Autos gestört

Daran denken die beiden Nachbarn nicht, die starren Poller einbetoniert haben. Schließlich handelt es sich bei der Zuwegung um Privatgrund und damit können sie machen, was sie wollen, so die Auffassung der beiden Poller-Setzer. Jedoch sind sie nicht die Eigentümer des Privatweges, sondern der angrenzende Einzel- und Großhandel, wie der Besitzer Georgius Elias dem dk gegenüber erklärte. Die beiden Nachbarn seien auf ihn zugekommen und haben ihn um Erlaubnis gebeten, die Poller setzen zu dürfen. Elias willigte ein. „Dort haben immer Autos und Transporter geparkt. Das hat mich gestört“, erklärt Elias. Zudem wurden ihm im Mai diesen Jahres zehn Zaunelemente entlang des Privatweges entwendet. Er vermutet, das der Zaundiebstahl im Zusammenhang mit den geparkten Autos steht.

„Wer nicht zwischen Poller und Zaun durchkommt, hat Pech gehabt“

Daher kam ihm die Anfrage der beiden Nachbarn sehr gelegen. Die beiden Poller-Setzer wollten die Pfosten aufstellen, weil die Anwohner mit ihren Autos immer „mit Karacho“ über den Weg fahren würden. Ebenso fühlten sie sich durch die dort parkenden Autos gestört. Die Bedenken der Anwohner teilen sie nicht. „Wer nicht zwischen Poller und Zaun durchkommt, hat Pech gehabt“, meint Rolf Pliefke, einer der Poller-Setzer.

Verärgerte Nachbarn wollen Gewissheit

Die verärgerte Nachbarschaft möchte nun Gewissheit haben. Sie wollen nun rechtliche Schritte prüfen. „Wir wollen wissen, ob da alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Wenn das der Fall ist, müssen wir mit den Pollern leben“, sagt Hahnfeld.