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Nachschlagewerk neu bearbeitet Baudenkmäler aus der Region im Porträt

Von Dirk Hamm | 29.04.2017, 12:32 Uhr

Ein neues Buch bietet einen spannenden Überblick über denkmalgeschützte Bauwerke in der Region. Aus Delmenhorst nimmt die Nordwolle breiten Raum ein.

Mit Stadtbaurat Walther Brasch begann in Delmenhorst 1929 eine neue städtebauliche Ära. Bereits 1929/30 entwarf Brasch die zweigeschossigen Putzbauten, deren sachliche Formen die neue Wohnsiedlung im Bereich Adelheider Straße/Ginsterweg prägten.

Typische Bauten der Neuen Sachlichkeit

Für kinderreiche Familien entstanden moderne Vierfamilienhäuser, die sowohl über kleine Vorgärten verfügten als auch in rückwärtigen Gärten Obst- und Gemüseanbau zur Selbstversorgung ermöglichten. „Es handelt sich hier um ganz typische Bauten der Neuen Sachlichkeit: rational, klar und unromantisch“ – diese architekturhistorische Einordnung findet sich im jüngst von der Oldenburgischen Landschaft herausgegebenen Nachschlagewerk „Baudenkmäler im Oldenburger Land“.

Delmenhorst mit vielen Bauten vertreten

„Besonders spannend ist die Architektur der Weimarer Republik. Das war gerade eine Zeit, in der im Bereich der Architektur viel Innovatives passierte“, sagt Dr. Jörgen Welp von der Oldenburgischen Landschaft.

Neben der Stadt Oldenburg hat Delmenhorst die höchste Zahl an Einträgen in dem Nachschlagewerk aufzuweisen. Breiten Raum nimmt dabei das ehemalige Werksgelände der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei ein, auf dem sich eine Vielzahl an markanten Baudenkmälern befindet.

Nordwolle wichtiges Dokument der Industriegeschichte

„Die baulichen Anlagen der 1884 gegründeten Nordwolle stellen in ihrer Gesamtheit ein überragendes Dokument der Industrie-, Technik- und Sozialgeschichte dar und gelten als Industriedenkmal von europäischem Rang“, so lautet das einleitende Urteil des ehemaligen Leiters des Industriemuseums auf der Nordwolle, Hans-Hermann Precht. In den von Precht verfassten Passagen werden unter anderem die beeindruckende Schaufassade an der Nordwollestraße, das Turbinenhaus, die Fabrikantenvilla und die Werkssiedlungen vorgestellt.

25 ehrenamtliche Autoren waren beteiligt

Weitere Beiträge mit Bezug zu Delmenhorst stammen vom Fachbereichsleiter für Gebäudemanagement, Andreas Tensfeldt. Natürlich fand dabei auch die Rathausanlage mit dem Delmenhorster Wahrzeichen, dem Wasserturm, ausführliche Berücksichtigung.

Auch bei einer Erkundung der Gemeinde Ganderkesee lohnt es sich, den aufwendig gestalteten Baudenkmäler-Führer zur Hand zu nehmen. Unter anderem werden die Kirchen St. Cyprian und Cornelius sowie St. Katharinen, die Freilichtbühne „Stedingsehre“ in Bookholzberg und das ehemalige Amtshaus in Falkenburg beschrieben.

Als Grundlage für den Band, der unter der Projektleitung von Sabrina Kolata entstand, diente die im Jahr 1980 erschienene Vorgängerpublikation. Sie ist heute vergriffen. Mit der vollständigen Neubearbeitung des Buches waren 25 ehrenamtliche Autorinnen und Autoren befasst. Alle besprochenen Baudenkmäler wurden neu fotografiert.