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Neele Vollmar landet Volltreffer Stenumerin gehört zur ersten Liga der Filmemacher

Von Klaus Erdmann | 19.03.2015, 19:31 Uhr

Die in Stenum aufgewachsene und in München lebende 36-jährige Neele Leana Vollmar heimst zahlreiche wichtige Auszeichnungen ein. Im Juni beginnen an der Ostsee die Dreharbeiten zum dritten Teil der Trilogie „Rico, Oscar und...“.

Neele Vollmar hat einige Kinderfilme abgelehnt. Die Geschichten gefielen ihr nicht. Dann, während einer Argentinien-Reise mit ihrem Mann, lernte sie die „Rico, Oskar...“-Bücher von Andreas Steinhöfel kennen und lieben. „Er steht mit vollem Herzen dahinter. Er ist ein hochgradig begabter Autor und zeigt Realität mit viel Herz“, schwärmt sie. Vollmar verfilmte Steinhöfels „Rico, Oskar und die Tieferschatten“. 750.000 Besucher, viele wichtige Auszeichnungen – mit dem herausragenden Kinderfilm, der auch Erwachsenen viel Spaß bereitet, etablierte sich die in Stenum aufgewachsene Regisseurin endgültig in der ersten Liga der deutschen Filmemacher.

Schöne Erinnerungen an die Heimat

In ihrem Geburtsort Bremen eröffnete die 36-Jährige mit „Rico...“ die Schulkinowoche. Vollmar genießt Besuche in der alten Heimat. In Stenum, wo sie aufgewachsen ist und wo ihre Eltern leben, habe sich nichts verändert: „Die Besuche sind mit „schönen Erinnerungen verbunden.“

Mittlerweile lebt sie mit Mann und kleinem Sohn in München. Dort nahm sie auch die zweithöchste Auszeichnung entgegen, die in Deutschland vergeben wird: den Bayerischen Filmpreis. „Er ist wichtig“, sagt Vollmar. Noch wichtiger scheinen allerdings die positiven Reaktionen auf ihre Leinwand-Arbeit zu sein: „Der Erfolg bei den Kindern verschafft mir die größte Befriedigung“. Sie habe mit dem Film viele Reisen unternommen und habe begeisterte Kinder getroffen, die neugierig seien und viele Fragen stellten.

Besondere Freundschaft zwischen zwei Jungen

In dem Erfolgsfilm trifft Rico, selbsterklärtes tiefbegabtes Kind, den hochbegabten Oskar, der zur Sicherheit immer einen Helm trägt. Es entsteht eine enge Freundschaft. „Rico besitzt emotionale Intelligenz und Oskar verfügt über rationale Intelligenz“, sagt die Regisseurin. Und: „Die Jungen beziehen aus ihrer Freundschaft viel Kraft.“ Die Geschichte zeige, dass man auch als andersdenkender Mensch seinen Weg gehen könne. „Das ist eine tolle Botschaft“, betont Vollmar.

„Man benötigt viel Energie“

Wichtig sei, dass der Spaß bei der Arbeit nicht zu kurz komme: „Die Kinder sind fünf Stunden am Set. Man muss sehr konzentriert sein. Flexibilität ist gefragt. So kann es vorkommen, dass man mit den Kindern zwischendurch mal joggen geht. Man benötigt viel Energie“, sagt Vollmar. Den zweiten Teil der Reihe, „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ (bundesweiter Start: 4. Juni) habe sie, so die Regisseurin, mit Rücksicht auf ihren kleinen Sohn nicht inszenieren wollen.

Premiere im Sommer 2016

Bei „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“, letzter Teil der Trilogie, sitzt sie wieder auf dem Regiestuhl. Damit die Protagonisten nicht zu „alt“ werden, geht‘s schon im Mai an die Ostsee, wo im Juni die Dreharbeiten beginnen. Bekannte Schauspieler wie Caroline Herfurth, Milan Peschel und David Kross sind wieder dabei. Und natürlich Anton Petzold (Rico) und Juri Winkler (Oskar). „Wenn wir uns sehen, umarmen wir uns eine halbe Stunde lang“, lacht Neele Vollmar. Man sei fast wie eine Familie. Das Ergebnis dieses Familientreffens kann im Sommer 2016 in den Kinos begutachtet werden.