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Netzwerk arbeitet in Delmenhorst Neue Kurse sollen Gewalt an Schulen verhindern

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 07.12.2016, 14:48 Uhr

Mit neuen Anti-Gewalt-Kursen an Delmenhorster Schulen will der Verein Brücke für Schüler ein Bewusstsein für das Thema Gewalt schaffen und gewaltsame Streits unter Jugendlichen verhindern. Ermöglicht wird das Projekt durch eine Zuwendung eines anonymen Spenders aus der Stadt.

„Schulen sind Tatorte“, mahnte Oberbürgermeister Axel Jahnz. Ihm war die Spende in Höhe von 2500 Euro vermittelt worden. Im gemeinsamen Austausch zwischen Stadt, dem Verein Brücke, dem Verein zur Förderung der Kriminalprävention in Delmenhorst und der Polizei wurde die Finanzierung des Anti-Gewalt-Projekts mit der Zuwendung als sinnvoll und notwendig erachtet.

Am Mittwoch stellte das Netzwerk das Projekt zur Verhinderung von Gewalt an Schulen vor. „Es geht nicht immer so friedlich zu, wie wir uns das wünschen“, sagte der Oberbürgermeister. Dass Anti-Gewalt-Präventionskurse an Schulen gefragt sind, merkt auch der Verein Brücke, der sich vorwiegend mit straffällig gewordenen Jugendlichen beschäftigt.

Ursachen und Konsequenzen vermitteln

In einem vierteiligen Programm werden in den Schulklassen Selbsterfahrungen aufgearbeitet, Handlungsempfehlungen gegeben und Empathie unter den Schülern gefördert. Rechtliche und persönliche Konsequenzen sollen vermittelt werden, Ursachen und Opferperspektiven werden aufgezeigt. „Ziel ist es, dass wir Schüler für die Thematik sensibilisieren“, sagte Sandra Schier von der „Brücke“. (Weiterlesen: In der Fahrradwerkstatt der Brücke lernen Jugendliche fürs Leben)

Zunächst sollen die Kurse in zwei Klassen in Delmenhorst gehalten werden. Die Schulen stehen noch nicht fest – der Bedarf wird über die Sozialarbeiter der Schulen erfragt. Im Anschluss an die Kurse bietet sich der Verein als beratende Anlaufstelle in Fragen rund um Gewalt an.

Dunkelziffer der Gewalttaten soll gesenkt werden

Die Zahl der bei der Polizei angezeigten Gewaltdelikte unter Jugendlichen sei in den letzten Jahren konstant geblieben. „Wir haben jährlich 600 Körperverletzungsdelikte, die angezeigt worden sind“, sagte Jörn Stilke, Leiter der Polizeiinspektion Delmenhorst. „Viel interessanter ist das, was wir gar nicht sehen.“ Nicht jede Gewalttat, die an Schulen, im privaten Umfeld oder in der Familie stattfindet, werde auch zur Anzeige gebracht.

Genau dort soll die Gewaltprävention ansetzen und das Auskommen ohne körperliche Gewalt in den Köpfen der Jugendlichen verankern. „Dort wo unsere Arbeit aufhört, muss es weiter gehen“, sagte Jörn Stilke und lobte genau wie Axel Jahnz die 33 Jahre lange Arbeit der „Brücke“.

Land sichert Sozialarbeit in Schulen

Der Verein Brücke versteht die Kurse als ergänzendes Angebot, nicht als Ersatz zu der „guten Sozialarbeit“, die an den Delmenhorster Schulen geleistet wird. Dass das Land Niedersachsen jüngst beschlossen hat, Sozialarbeit an den Schulen ab dem 1. Januar 2017 auf Landesebene finanziell zu leistet, erfreut Oberbürgermeister Jahnz. „Das sichert die Stellen für die kommenden Jahre ab“, sagte Jahnz.

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