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Neubau in Delmenhorst Neuer Wohnraum für Menschen mit Behinderungen

Von Frederik Grabbe | 18.10.2018, 23:01 Uhr

Neuer Wohnraum für Menschen mit Behinderungen: An der Amundsenstraße hat die Diakonie Himmelsthür für 1,7 Millionen Euro ein neues Wohnhaus eröffnet. Der Weg zum fertigen Gebäude war ein steiniger, oder besser: wässiger.

14 Plätze für Menschen mit Behinderungen stehen zum Bezug bereit: Die Diakonie Himmelsthür hat am Donnerstag mit einem Festgottesdienst die neuen Wohnräume an der Amundsenstraße eingeweiht. Die neuen Bewohner ziehen bereits diesen Freitag in die rund 600 Quadratmeter großen Räume ein. Der Weg zur Fertigstellung hielt eine große Hürde bereit.

„Menschen mit Handicap sollen ein selbstbestimmtes Leben führen“

Mit dem Neubau setzt die Diakonie Himmelsthür das fort, was sie seit 2009 verfolgt: Menschen mit Handicap durch neue Wohnangebote in die Mitte der Gesellschaft bringen. Wie Ines Trzaska, kaufmännischer Vorstand der Einrichtung, darlegte, waren in der früheren Zentraleinrichtung an der Dr.-Klingenberg-Straße in Wildeshausen rund 400 Menschen untergebracht. Heute seien es nur noch 241. Durch neue Wohnprojekte wie in Delmenhorst an der Amundsenstraße im Stadtsüden (14 Plätze), an der Friedensstraße in Bungerhof (24 Plätze) sowie in sieben Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft GSG und auch in weiteren Kommunen in der Region schafft die Diakonie Himmelsthür gezielt seit neun Jahren neue Wohnmöglichkeiten für Behinderte. „Konversion“ nannte Trzaska diesen Prozess: „Menschen mit Handicap sollen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft führen können“, so Trzaska. Ein Ansatz, den Delmenhorsts Erster Stadtrat Markus Pragal in seinem Grußwort ausdrücklich lobte. Im Stadtteil sind die Bewohner bei dem Fest am Donnerstag übrigens von St.-Stephanus-Pfarrerin Nele Schomakers eigens per Andacht begrüßt worden.

„Zeitweise einen Swimming-Pool im Keller“

Im Falle der Amundsenstraße hat die Diakonie Himmelsthür insgesamt 1,7 Millionen Euro investiert. Gefördert wurden die Arbeiten mit Geldern des Diakonischen Werks Niedersachsen und der Aktion Mensch. Der Weg zur Fertigstellung war allerdings ein steiniger: Während der Bauarbeiten musste der Keller zwischenzeitlich mit 297.000 Litern Leitungswasser gefüllt und versiegelt werden, sagte der Architekt Lars Stürmer. „Durch dieses Gewicht sollte verhindert werden, dass das Gebäude durch den hohen Grundwasserdruck an der Stelle verschoben wird und so das Mauerwerk Schaden nimmt.“ Erst später, mit den restlichen, fertigen Gebäudeteilen, war das Eigengewicht des Hauses ausreichend, dass das Wasser im Keller abgelassen werden konnte. „Kurzzeitig hatten wir hier also einen Swimming-Pool im Keller“, scherzte Stürmer.

Mit dem fertigen Gebäude ist die Diakonie Himmelsthür übrigens noch nicht am Ende ihrer Umsiedlung angelangt: Für die nähere Zukunft kündigte Trzaska weitere Wohnprojekte in Harpstedt, Kirchweyhe, Hude und Goldenstedt an.