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Neue Anwohner-Proteste Aufruhr gegen zu viel Bauland in Delmenhorst

Von Michael Korn | 14.04.2015, 14:57 Uhr

Das Ausmaß der geplanten Bebauung an der Langenwischstraße im Delmenhorster Stadtteil Stickgras ruft eine weitere Anwohnergruppe auf den Plan. Sie will bei der Gestaltung ihres Wohnquartiers mitreden.

Die Anwohner-Proteste gegen das Ausmaß des geplanten Neubaugebiets an der Langenwischstraße mit weit über 100 Wohneinheiten weiten sich aus: Nach der Bürgerinitiative Menkens Moor steht eine weitere Interessengemeinschaft in den Startlöchern, die Einfluss nehmen möchte auf die geplante Bebauung. Initiator Peter Rödig kündigt die Gründung einer IG Stickgras mit zunächst rund 15 Mitstreitern an und lädt am kommenden Montag um 19 Uhr bei Thomsen weitere Interessierte zu einer Infoveranstaltung ein.

Rödig sagte dem dk, man sei nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung des Areals. Allerdings würden die geplanten Geschossbauten, deren Höhe, die Straßensperrung, der zunehmende Verkehr und die Gewerbevorhaben im Bereich Pultern/Gut Langenwisch „den ganzen Stadtteil verändern“. Rödig: „Hier würde sich alles verdoppeln, 300 neue Anwohner kämen hinzu.“ Das sei eindeutig zu viel, es müsse zusammen mit der Stadt ein Kompromiss gefunden werden für ein soziales Miteinander. Anliegern der Schaftrift drohe sogar eine Enteignung, da es dort keinen Bürgersteig gebe und ein Ausbau der Straße zu befürchten sei.

Laut Rödig gründet sich die IG, um mitzubestimmen wie sich das Lebensumfeld in Stickgras verändern soll. Die Zeit dränge, denn ab Montag liegt bereits der Bebauungsplanentwurf zur Einsicht im Rathaus aus. Bislang habe man bei der Stadt kaum Gehör gefunden beziehungsweise sei man missverstanden worden.

Die Ratsfraktionen hatte Anfang März mit großer Mehrheit für die Aufstellung eines Bebauungsplans gestimmt. Sie verständigten sich darauf, die Höhe der geplanten Mehrparteienhäuser von 14 auf 11,50 in der ersten Baureihe und auf neun Meter in der zweiten Baureihe abzusenken. Im inneren Bereich des Quartiers sollen wie geplant Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Mehrere Anwohner, darunter auch von der BI Menkens Moor, kritisieren die Pläne als zu massiv.