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Neue Bildungskoordinatorin „Ein Glücksgriff“ für die Sprachförderung in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe | 02.07.2018, 18:13 Uhr

Flüchtlings- und Migrantenkinder aber auch andere Schüler haben oft Probleme bei der Sprache. Diese zu beheben wird eine Aufgabe der neuen Bildungskoordinatorin Bettina Rohse sein.

Die bestmögliche Bildung für jeden, unterschiedslos – das ist grob gesprochen das Ziel der Bildungsregion Delmenhorst. Dieses Ziel sicherzustellen, ist die Aufgabe der Bildungskoordinatorin. Zehn Monate war der vom Land Niedersachsen geförderte Posten zuletzt vakant. Seit 1. Juni laufen die Fäden nun bei Bettina Rohse zusammen, die nun von der Stadt vorgestellt worden ist.

Sprachbildung in Delmenhorst ist vordringliches Thema

So richtig will sich Rohse noch nicht zu ihren künftigen Aufgaben nicht äußern. „Alles ist sehr komplex und vielschichtig. Und ich lerne die Stadt ja gerade kennen.“ Eine Lenkungsgruppe soll ihr Tätigkeitsfeld bald schärfen. Ein „vordringliches Thema“ nennt Rohse dann doch: Die Sprachbildung bei Kindern und Jugendlichen will sie vorantreiben. Dabei geht es beispielsweise um die Übergänge von Kitas auf Grundschulen und von Schulen auf andere Schulen. Ein Ansatz, den Rohses Vorgängerin Maria Daum schon verfolgt hat. „Vernetzung“ von Angeboten innerhalb der Stadt ist so ein Begriff, den Rohse häufig nennt. Siegfried Dreckmann, Bildungsmanager der Stadt Delmenhorst, konkretisiert, dass es bei der Sprachbildung sicherlich um die Förderung von Flüchtlingskindern oder um Kinder mit Migrationshintergrund geht. „Aber auch die Grundbildung anderer Schülerinnen und Schüler ist manchmal nicht dort, wo sie sein sollte.“ Die Angebote, die die Stadt in diesem Bereich bereits stelle, gelte es „zu fördern, zu entwickeln und zukunftsfähig zu machen“.

Neue Besetzung ist „ein Glücksgriff“

Rohse sei in dieser Beziehung ein „Glücksgriff“ für die Stadt, sagt der Fachbereichsleiter für Bildung, Hero Mennebäck. Denn sie habe als Grundschullehrerin gearbeitet, war Dozentin an der Universität Oldenburg und zuletzt bei der Landesschulbehörde für die „Bildung von nachhaltiger Entwicklung“ zuständig, ein Bereich, der „sehr übertragbar“ auf die Aufgabe bei der Stadt sei, wie Rohse sagt, und spricht mögliche Fortbildungen oder Veranstaltungen für die Lehrkräfte in der Stadt an, die es zu organisieren gelte.

Inklusion steht weiter hinten auf der Agenda

Allerdings bringt der Umstand, dass die 49-Jährige eine halbe Stelle besetzt, einige Einschränkungen mit sich: Ein umfangreiches Bildungsthema etwa, die Inklusion in der Schule, sei schlicht zu groß, um mit einer Halbtagsstelle vieles bewegen zu können, sagte Rohse. Darum stehe die Inklusion für sie erst einmal weiter hinten auf der Agenda.