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Neue Fotoausstellung Die eisige Pracht Spitzbergens in Delmenhorst

28.01.2016, 15:26 Uhr

Ab Freitag zeigt in der Städtischen Galerie die Fotografin Nathalie Grenzhaeuser die Ausstellung „The Arctic Series. Part I“. Parallel dazu gibt es Videos der Filmemacherin Clare Langan zu sehen.

Delmenhorst. Gut zweieinhalb Stunden habe sie bei kräftigem Wind, vor allem aber bei einer Temperatur von minus 25 Grad Celsius auf dem Dach gestanden, um das die Sonnenfinsternis festzuhalten; tags zuvor, um ein paar Einstellungen an der Kamera auszuprobieren, sogar noch ein bisschen länger. Die Fotografin Nathalie Grenzhaeuser hat sich mächtig ins Zeug gelegt während ihres letztjährigen Aufenthalts auf Spitzbergen. Aufnahmen wie jene von der Sonnenfinsternis (siehe Foto) bilden ihren reichen Lohn. Wer bis zum 28. März die Städtische Galerie Delmenhorst besucht, kann sich davon überzeugen.

Es weht ein eisiger Wind

Zugleich zeigt die Städtische Galerie in der Remise ab heute, 20 Uhr, einige, zum Thema Arktis passende Videos der irischen Filmemacherin Clare Langan. Den Sound dieser Videos spielen Annett Reckert und ihr Team zudem – zumindest teilweise – auch in der Villa ein, gewissermaßen, um die Bilder Grenzhaeusers akustisch zu unterlegen. Es weht ein eisiger Wind durch die Galerie.

Ausstellung in Region verwurzelt

„Diese Ausstellung ist in wunderbarer Weise in der Metropolregion verwurzelt“, freute sich die Galerieleiterin gestern bereits auf die Eröffnung der Schau. Tatsächlich waren es das Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst und das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, die Grenzhaeuser voriges Jahr den Aufenthalt in der deutsch-französischen Forschungsbasis AWIPEV auf dem arktischen Inselarchipel Spitzbergen ermöglichten. „Part II“ der „Artic Series“ wird die Fotografin daher ab April im Kunstverein Bremerhaven zeigen.

Landschaften, Siedlungen, Walrosse

Über jene Bilder hinaus, welche Grenzhaeuser im Zuge ihrer letztjährigen Expedition nach Spitzbergen aufgenommen hat, zeigt sie in der Städtischen Galerie auch solche von früheren Ausflügen ins Eis. Die Bilder zeigen Landschaftsräume ebenso wie schlichte menschliche Siedlungen oder auch Walrosse. Manch Aufnahme hat Grenzhaeuser nachträglich collagiert und anderweitig digital bearbeitet.

Wirklichkeit in der Wirklichkeit

Es gehe ihr nicht darum, die Wirklichkeit einfach abzubilden, sondern darum, eine „parallele Wirklichkeit der Wirklichkeit“ fotografisch zu konstruieren. Notfalls bei klirrender Kälte in eisigem Wind. Grenzhaeuser hat ihre ersten Reisen in die Arktis mit analoger Technik dokumentiert, später mit einer digitalen Mittelformatkamera und zuletzt mit einer digitalen Kleinbildkamera.