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Neue Integrationshelfer Delmenhorster Flüchtlingsarbeit: Zwölf neue Lotsen an Bord

Von Frederik Grabbe | 07.12.2015, 21:04 Uhr

In der Volkshochschule auf der Nordwolle sind jetzt am Montag neue Integrationslotsen begrüßt worden. Seitens der VHS wurde ihnen ein entsprechendes Zertifikat überreicht.

Wie wichtig die das Integrationslotsenteam um den Vorsitzenden Muhanad Paulus für die Stadt Delmenhorst ist, wurde durch die Ansprache der Integrationskurs-Koordinatorin Marietta Binner-Ehsan und den Oberbürgermeister Axel Jahnz deutlich. „Unheimlich gute Arbeit“ (Binner Ehsan) leisteten sie bei der Betreuung von Flüchtlingen, mit ihrer Hilfe würden „nicht nur Sprachbarrieren, sondern auch kulturelle Hürden“ (Jahnz) zwischen Deutschen und Zugewanderten überwunden. Der OB brachte den Wert der Flüchtlingsarbeit in Delmenhorst durch die Lotsen auf den Punkt: „Ohne sie geht es nicht.“

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Ohne Krankenschein keine Versorgung

Einer der zwölf neuen Integrationslotsen war Juan Alibrahem. Der 25-Jährige floh vor drei Jahren aus Syrien, seit zwei Jahren lebt er in Delmenhorst. Nachdem er über ein Jahr auf seine Asyl-Anerkennung gewartet hatte, lernte Alibrahem Deutsch in der VHS in Delmenhorst. „Von Anfang an habe ich versucht, anderen Flüchtlingen durch Übersetzungen zu helfen“, beschrieb er. Insbesondere habe er über die Krankenversorgung von Flüchtlingen beraten. „Jedes Mal, bevor Flüchtlinge sich behandeln lassen wollen, müssen sie beim Sozialamt einen Krankenschein holen. Aber wenn das Amt geschlossen ist, stehen sie ohne ärztliche Versorgung dar.“ Ein großes Problem in der Flüchtlingsversorgung, klagte der Syrer und plädierte für die Einführung einer Gesundheitskarte für Asylbewerber wie es Bremen und Hamburg praktizieren. Später hätten ihn die Integrationslotsen angesprochen, ob er nicht über ihr Team helfen wolle. Alibrahem wollte.

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Lotsen sollen sich nicht alleine fühlen

In den vergangenen zwei Mionaten lernte er mit elf anderen Personen in der Klasse von Zoreh Roushanpour und Fatmanur Sakarya-Demirci unter anderem was es heißt, sich interkulturell zu verständigen oder Konflikte zu lösen, wo sich wichtige Anlaufstellen für Migranten befinden oder worin Stolpersteine für Ehrenamtliche bestehen. „Das wichtigste war die Vermittlung eines Gruppengefühls“, beschrieb Sakarya-Demirci. „Die neuen Lotsen sollen wissen: Ich bin nicht allein“.