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Neue Mitglieder gesucht Delmenhorster Johanniter leisten „Erste Hilfe für die Seele“

Von Frederik Grabbe | 21.04.2018, 10:11 Uhr

Zwölf Mitglieder der Delmenhorster Johanniter setzen sich für Menschen in extremen Krisenlagen sein. Nun sucht das Team der Psychosozialen Notfallversorgung neue Kräfte. Leiter Matthias Maskow erzählt, was ihm am Ehrenamt fasziniert.

Sie helfen Menschen in kritischen Lebenslagen: Die Notfallhelfer der Johanniter aus dem Team der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Über die Notfallseelsorge kommen sie unter anderem bei Suiziden zum Einsatz, bei tödlichen Unfällen oder bei anderen Gefahrenlagen. Ihre Aufgabe: Beteiligten eines Unglücks in ihren schlimmsten Stunden beizustehen.

Johanniter wollen Notfallversorgung ausbauen

(Weiterlesen: Delmenhorster Notfallseelsorger: Wir sind für jeden da)

„Erste Hilfe für die Seele“ sagt Matthias Maskow zu dieser Arbeit. Er ist PSNV-Teamleiter bei den Johannitern. Zwölf Mitglieder des Hilfsdienstes engagieren sich derzeit ehrenamtlich über die Notfallseelsorge, die in Delmenhorst durch Vertreter der Kirchen, der Johanniter und des DRK organisiert wird, für Menschen in Krisenlagen. „Und wir suchen dringend neue Helfer“, so Maskow (siehe Infokasten). Hintergrund sei der neue Katastrophenschutzerlass des Landes Niedersachsen, der für Hilfsdienste wie die Johanniter verbindlich vorschreibt, wie die Teams in der Psychosozialen Notfallversorgung aufgebaut sein müssen. „Eine Staffel braucht zehn Ausgebildete im Bereich der PSNV. Unser Ziel ist es, zwei Staffeln auf die Beine zu stellen“, sagt der Johanniter-Teamleiter. So will es der Hilfsverband schaffen, 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche für mögliche Krisenlagen bereit zu stehen.

Lange Grundausbildung, Bereitschaftszeiten – und tief empfundene Dankbarkeit

Sechs der zwölf Ehrenamtlichen der Johanniter haben bereits die erforderlichen Lehrgänge absolviert, der Rest befindet sich noch in der Ausbildung. Neue Kräfte sind also gerne gesehen. Wer sich für dieses Feld interessiert, dem muss allerdings klar sein, dass sich die Grundausbildung über bis zu zwei Jahre erstrecken kann, sagt Maskow, und das auch – je nach Möglichkeit – auch Bereitschaftsdienste anstehen.

(Weiterlesen: Interview mit Notfallseelsorger Udo Dreyer: Die Seele schützt sich selbst)

Großes Vertrauen im Team

Das, was Maskow aus seiner ehrenamtlichen Arbeit zieht, überwiege dies allerdings bei Weitem: „Die Hilfe, die ich leiste, kommt direkt bei den Menschen an. Und die reagieren mit wahrhaftiger, tief empfundener Dankbarkeit. Das löst bei mir ein unglaublich gutes Gefühl aus.“ Zudem spricht der 47-Jährige die Arbeit im Team an. „Unser Ehrenamt schweißt uns eng zusammen. Es herrscht ein großes Vertrauensverhältnis. Mit jedem einzelnen würde ich mich über dem Dschungel absetzen lassen – und wüsste: Alles wird gut.“