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Neue Serie Kioske in Delmenhorst: Ab halb Fünf herrscht Betrieb

Von Jan Eric Fiedler | 04.03.2015, 18:47 Uhr

13,5 Stunden am Tag ist Jutta Jahn für ihre Kunden da – und das mit mittlerweile 66 Jahren. Ein Rentnerleben kann sie sich nicht vorstellen.

Am Dienstag ist Jutta Jahn 66 Jahre alt geworden. Während andere in ihrem Alter schon längst Rentner sind, hat Jutta Jahn einen Arbeitstag, der vielen Jüngeren einen Schauer über den Rücken treibt. Doch Jahn liebt ihre Arbeit in ihrem Kiosk an der Nordenhamer Straße.

„Es wird hier viel geschnackt“

Um Viertel nach Drei steht Jutta Jahn auf. „Um halb Fünf, wenn die ersten zur Arbeit fahren, muss alles bereitstehen: Kaffee und Brötchen“, sagt sie. Die Brötchen backt sie selbst. 40 Stück stehen jeden morgen für die hungrigen Kunden bereit. Die wollen oft nicht nur ihr Frühstück kaufen, sondern auch das ein oder andere Wort wechseln. „Es wird hier viel geschnackt. Das ist super“, sagt Jahn.

500 Kaffeebecher im Monat

Dass das Kioskgewerbe nicht das einfachste ist, sieht sie in ihrer Umgebung: „Als ich hier angefangen habe, gab es noch Kioske an der Thüringer Straße, der Ellernstraße und der Bremer Straße“, berichtet sie. Mittlerweile haben die alle geschlossen. Jahn dagegen hat sich eine Stammkundschaft erarbeitet: „Ich muss spätestens nach zwei Monaten 1000 Kaffeebecher nachbestellen. Das spricht schon dafür.“

Kiosk als Ersatz-Imbiss

Und das hat sie geschafft, obwohl ihr Kiosk nicht gerade an einer belebten Kreuzung steht. „Das hier ist halt Gewerbegebiet“, sagt sie. Entsprechend hat sie auch ihr Angebot aufgestellt: Brötchen und Frikadellen hat sie schon immer angeboten, Sandwiches und Hot Dogs hat sie zusätzlich ins Programm genommen. Das kommt bei den Angestellten der Betriebe in der Nachbarschaft an. „Es gibt hier auch weit und breit keinen Imbiss. Das ist gut für mich.“

„Man muss doch was machen“

15 Jahre betreibt sie den Kiosk mittlerweile. Es gab auch schwierige Zeiten: „Als hier die große Baustelle war, war es nicht schön“, erinnert sie sich.

Eine andere Arbeit kann sie sich aber nicht mehr vorstellen und schon gar kein Rentnerleben: „Man muss doch etwas machen“, sagt sie. Nur Zuhause bleiben, wäre nicht ihr Ding.

So ist sie weiter unter der Woche bis 18 Uhr für ihre Kunden da, samstags bis 15 Uhr. „Da öffne ich aber auch erst um Fünf“, sagt sie.