Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Neue Zuweisung vom Land Delmenhorst muss viele weitere Flüchtlinge aufnehmen

Von Thomas Breuer | 21.10.2015, 15:05 Uhr

Die Stadt Delmenhorst muss zusätzlich zu dem für Freitag avisierten Kontingent von 100 Flüchtlingen bereits am Sonntag weitere 100 Zuwanderer aufnehmen. Außerdem wird eine vierte Sporthalle für den Sport gesperrt.

Nach Einschätzung von Oberbürgermeister Axel Jahnz steht Delmenhorst, was die Zuwanderung von Flüchtlingen betrifft, noch vor großen Herausforderungen. In einem offenen Brief schreibt er: „Bis Jahresende werden wir etwa 1000 Personen in Delmenhorst aufgenommen haben und bis Jahresmitte 2016 sind bereits zum jetzigen Zeitpunkt noch einmal so viele Zuweisungen vom Land angekündigt.“ Derzeit leben knapp 600 Flüchtlinge in der Stadt.

Das Land Niedersachsen hat die Stadtverwaltung gerade erneut um Amtshilfe gebeten. Wie die Stadt am Mittwochmittag mitgeteilt hat, soll sie weitere 100 Flüchtlinge aufnehmen, die voraussichtlich am kommenden Sonntag, 25. Oktober, in Delmenhorst eintreffen werden. Bereits für Freitag, 23. Oktober, sind 100 Personen angekündigt – am Sonnabend vergangener Woche waren 78 Menschen in der Stadt angekommen . Sie alle kamen oder kommen zusätzlich zu den regulären Zuweisungen von bis auf Weiteres 50 Flüchtlingen pro Woche, sollen aber laut Land nur für jeweils vier Wochen untergebracht werden.

„Keine Zeit zum Luftholen“

„Das Land lässt uns mit dem weiteren Ersuchen um Amtshilfe zur Erstaufnahme und Erstunterbringung von Flüchtlingen keine Zeit zum Luftholen“, sagt Jahnz. „Der zeitliche Vorlauf ist mehr als gering.“ Man werde aber auch diesem neuen Sachstand „mit der gebotenen Sorgfalt begegnen und Lösungen finden“.

Anfang der Woche hatte der städtische Planungsstab aus Polizei, Feuerwehr und Verwaltung entschieden, dass neben der Halle am Stubbenweg auch die Sporthallen an der Holbeinstraße (Schulzentrum West) und an der Lessingstraße (Mosaikschule) bis zum Freitag zu Sammelunterkünften umgerüstet werden.

„Diese Hallen erscheinen derzeit hinsichtlich der Infrastruktur, unter anderem aufgrund der möglichen Essensversorgung in Mensen, als am besten geeignet“, so Jahnz. „Dennoch hinterfragen und überprüfen wir unsere Strategie laufend.“

Sporthalle an Weverstraße auch gesperrt

Zusätzlich zu den bereits zur Verfügung stehenden Sporthallen kann die Stadt ab November auch mit der Bundeswehrhalle an der Weverstraße in Adelheide planen. Die Bundeswehr hat den Sportvereinen, die die dortige Halle nutzen, bereits am Dienstag mitgeteilt, dass auch diese Halle bis auf Weiteres nicht mehr zur Verfügung steht.

In der Adelheide Halle dürfen aber nur Flüchtlinge aus der Sonderzuweisung des Landes einquartiert werden. Bislang einzige genutzte Sammelunterkunft im Zuge der regulären Zuweisungen ist das derzeit von knapp 40 Personen bewohnte Stadionheim.