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Neueinsteigerin Sarah gewinnt Kritische Töne vorn bei Delmenhorster Poetry Slam

Von Kea Neeland | 19.12.2016, 17:10 Uhr

Zum vierten Mal dieses Jahr wurde der Poetry Slam „words in your face“ im Delmenhorster Riva ausgetragen. Gewinnerin Sarah war zum ersten Mal dabei.

Mit einem gesellschaftskritischen Beitrag hat Neueinsteigerin Sarah, die am Sonntagabend erstmals beim Poetry Slam „words in your face“ im Delmenhorster Riva mitmischte, ihre vier Konkurrenten ausgestochen und gewonnen. Seit eineinhalb Jahren organisiert „Five Monkeys Event Manufacture“ den Wortakrobaten-Wettbewerb im Riva. Dieses Mal waren fünf Teilnehmer aus Delmenhorst und Umgebung vor das Publikum und die von ihm bestimmte Jury getreten. Diese bewertete die Vorträge direkt mit Punktekarten von 1 bis 10.

„words in your face“-Team eröffnet Poetry Slam

Bevor der Wettbewerb mit halbstündiger Verspätung startete, haben das „words in your face“-Team und der Moderator ihr Können im Poetry Slam unter Beweis gestellt und damit gezeigt, dass das Ganze gar nicht so einfach ist, wie es vielleicht aussieht. In der Vorrunde stellte jeder Teilnehmer dann einen seiner Texte vor.

Wortbeiträge berichten von einsamer Großmutter und Flüchtlingen

Credo, der schon zum dritten Mal dabei war und davon schon einmal gewonnen hat, trug einen Text zum Thema Weihnachten vor. Er beschrieb rührend die Situation einer Großmutter, die an Weihnachten von ihrer Familie allein gelassen wurde. Da sich jeder im rund 40-köpfigen Publikum mit der Einsamkeit der Großmutter identifizieren konnte, war es sehr bewegend. Die Gewinnerin Sarah schlug eine andere Richtung ein. Sie kritisierte in ihrem Text die deutsche Gesellschaft in Bezug auf die Flüchtlingskrise. Sie rief zu mehr Menschlichkeit und Toleranz auf und sprach damit ein sehr aktuelles Thema an. Auch lustige Poetry Slams waren vertreten. Joshka, der direkt aus Delmenhorst kommt, nahm mit cleveren Wortspielen den Fernsehsender RTL auf den Arm und machte sich über dessen Programmauswahl lustig.

Pokal geht an Neueinsteigerin unter den drei Finalisten

Diese drei Teilnehmer zogen am Ende ins Finale ein, da sie die höchsten Punktzahlen erreichten. Dort stellten die Finalisten jeweils einen anderen Text von sich vor. Am Ende hat sich die Publikumsjury mit einer deutlichen Mehrheit für Sarah entschieden, die zum ersten Mal bei „words in your face“ dabei war. Zu gewinnen gab es einen Pokal, der von Ümit Akbulut von der „Haarwerkstatt“ gesponsert wurde.

Die Mitwirkenden des Poetry Slams betonten aber, dass es nicht um das Gewinnen gehe. Eher möchte man herausfinden, wie die selbst geschriebenen Texte beim Publikum ankommen, weil viele auch eine tiefere Botschaft vermitteln sollen. Außerdem soll die Poesie im Mittelpunkt stehen und nicht der Wettbewerb oder die Punkte. Für das Jahr 2017 gibt es noch keine Termine für „words in your face“, die Veranstalter wollen sie aber zeitnah auf ihrer Facebook-Seite bekannt geben.