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Neuer Vorstand präsentiert Delmenhorster Tafel stellt sich neu auf

Von Merlin Hinkelmann | 12.12.2016, 18:35 Uhr

Sie macht es wieder: Walburga Bähre bleibt Vorsitzende der Delmenhorster Tafel. Der neu gewählte Vorstand sucht nach wie vor händeringend ehrenamtliche Helfer.

Ohne Walburga Bähre läuft der Laden einfach nicht. Darüber sind sich bei der Delmenhorster Tafel alle einig. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung wurde Bähre zur ersten Vorsitzenden wiedergewählt. Seit nunmehr acht Jahren arbeitet die Rentnerin für die Tafel. Eigentlich wollte sie in diesem Jahr aus Altersgründen aufhören. Eigentlich.

Vorstand steht nun auf breiteren Füßen

Lange gab es beim Verein keinen Schriftführer, keinen Kassenwart, keine Beisitzer. Viele Aufgaben hat Bähre bisher in Personalunion übernommen. Jetzt bekommt sie ganz offiziell Verstärkung. Zum siebenköpfigen Vorstand zählen neben der Vorsitzenden ab sofort: Dr. Michael Adam (stellvertretender Vorsitzender), Nicole Hartig (Kassenwartin), Klaus Ort (Schriftführer) sowie die Beisitzer Ewald Leuthner, Horst van Lent und Sandra Grotkop. „Walburga Bähre hat in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Hätte sie aufgehört, hätte ich mich überhaupt nicht zur Wahl gestellt“, sagt Michael Adam, der seit 16 Monaten bei der Tafel aktiv ist. Ähnlich erleichterte Worte kommen von Klaus Ort: „Gott sei dank macht sie weiter.“

Arbeitsaufwand immer größer geworden

Ein breit aufgestellter Vorstand sei lange überfällig gewesen. „Unsere Arbeit wächst von Jahr zu Jahr“, betont Ort. Um die 3000 Menschen versorgt die Delmenhorster Tafel, die noch Außenstellen in Hude und Ganderkesee betreibt. Jeden Monat, jede Woche werden es mehr. Der Zuzug von Geflüchteten im letzten Jahr habe den Kundenstamm und den Aufwand einmal mehr vergrößert. Woche für Woche werden 25 bis 30 Tonnen Lebensmittel umgesetzt. Dafür sind zurzeit 50 Ehrenamtliche im Einsatz. Zu wenig, sagt Bähre. „Wenn jemand ausfällt, zum Beispiel krank wird, geraten wir jedes Mal unter Stress. Wir können schlecht vorausplanen.“ Bähres oberstes Ziel ist ein geregelter Tagesablauf für alle Ehrenamtlichen – „ohne Extraschichten“.

Tafel sucht Ehrenamtliche

Im Vergleich zu anderen niedersächsischen Tafeln sei die Mitgliederzahl in Delmenhorst „ganz weit unten angesiedelt“, so Schriftführer Klaus Ort. Er hat einmal nachgerechnet: „Wöchentlich kommen bestimmt 800 Arbeitsstunden zusammen. Das entspricht einem Betrieb mit 20 Vollzeitkräften.“ Verstärkung braucht die Tafel in allen Bereichen: in der Lebensmittelausgabe, beim Gemüse sortieren, beim Lkw-Fahren. „Auch wenn jemand nur ein paar Stunden in der Woche Zeit hat, ist das eine Riesen Hilfe für uns.“ Apropos Lkw, den neuen Vorstand treibt neben dem Mitgliedermangel noch etwas anderes um: Einer der beiden Transporter muss dringend ersetzt werden. Hier hofft der Verein auf Spenden. „Der Sprinter macht es nicht mehr lange und frist uns langsam aber sicher die Haare vom Kopf“, sagt die Vereinsvorsitzende und seufzt.